Freitag, Mai 11, 2007

Lhasa-Shigatse-Tingri-Base Camp(CN)-Zhangnu-Katmandu, 2st Leg

Um Bio-Rhythmus verträgliche 10:00Uhr gibt es heute auf asphaltierter Straße weiter. Die Kilometer-Steine sind jetzt nicht mehr in Richtung Lhasa nummeriert, sondern geben die Entfernung nach Shanghai an. So sind wir noch ziemlich guter Dinge an Kilometer 5000 vorbeigefahren. Das war der Teil der Straße, die im letzten Jahr fertig gestellt worden ist, und bei dem jetzt die ersten Ausbesserungsarbeiten durchgeführt wurden: Über fast jedem Entwässerungsrohr (siehe gestern) waren rechteckige Felder des Straßenbelags bis zu einer Tiefe von 30cm, entfernt. Beim Raus-Fahren aus Shigatse folgten wir der Neben-Haupt-Straße in Richtung Westen und damit auf den Fluss zu. Just an dessen Ufer war eine T-Kreuzung, die unser Fahrer jedoch überfuhr und durch ein ziemlich kleines Loch in der Ufer-Mauer in die Ufer-Böschung eintauchte. Dort hielt er, auf einer Sandpiste fahrend, auf eine Konstruktion von ca. 15, parallel zueinander, jedoch in Fluss-Richtung des Flusses gelegene Beton Abwasser-Rohre zu. Die Rohre waren mit Sand(!) überschüttet und bildeten die Behelfsbrücke: Die richtige Brücke und die richtige Haupt-Straße befanden sich 100m südlicher. Diese war in ihrer Fertigstellung über die Armierung Brückenpfeiler noch nicht hinaus! Natürlich war die Behelfsstrecke für den Bereich der Fluss-Überquerung nur einspurig, jedoch mit über 100m für hiesige Verhältnisse ziemlich lang und stellte damit für die ‚chinesische Seele’ eine echte Herausforderung dar: Warum der ‚Dong Feng’ nun gegen die zwei Toyota ‚Land Cruiser’ nachgab und, wenn auch nur ein paar Meter, zurück fuhr, werde ich wohl nie verstehen... Aber es kam noch besser: An einer Stelle war die gesamte Fahrbahn bis in 2m Tiefe aufgegraben und die Verkehrsführung ging durch das steinige Gelände. An der Seite warteten einige SUVs, die wir in chinesischer Manier einfach überholten (schließlich will man ja der Erste sein). Dann waren nur noch zwei LKW vor uns, der erste war jedoch ein mit Holz voll (!) beladender ‚Dong Feng’, der ziemlich am Anfang der Umleitung, aufgrund eines Plattfusses liegen geblieben war. Ein seitliches Vorbeikommen war, aufgrund der vielen und relativ großen Steine außerhalb der ‚Piste’, aussichtslos. Zahllose Chinesen bastelten schon mit abenteuerlich insuffizientem Gerät (3t Wagenheber auf Steinplatte im Matsch, verbogenes Radkreuz etc.) an dem platten Hinterrad. Mental war ich auf eine mehrstündige Pause eingestellt aber unser Fahrer wendete den Toyota und fand nur 50m vor der eigentlichen Umleitung, einen fahrbaren Weg ins Flussbett... Genau auf Höhe des LKWs sind wir dann, aufgrund eines eindeutigen Fahrfehlers mit der Hinterachse im Matsch steckengeblieben. Alle aussteigen, und die Macht des zuschaltbaren All-Rad Antriebs mit Differentialsperre bewundern: Einmal vor und dann mit Schwung zurück, frei war das Auto! Wir haben dann ein paar Steine (scheiße schwer) umgeräumt und schon war die neue Trasse frei. Just in diesem Moment haben sich dann auch die anderen noch wartenden SUVs für die Passage über ‚unsere Trasse’ eingereiht. Hier wäre eine Maut-Station schön (und vor allem angebracht) gewesen.

1 Comments:

Blogger joachim said...

Ganz der alte, gleich wieder geschäftstüchtig...ich glaube die chinesische Mentalität färbt schon ein bißchen auf Dich ab. Ansonsten schöner,wenn auch techniklastiger Bericht!

1:56 nachm.  

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