Mittwoch, November 08, 2006

Die Rückfahrt nach Shanghai

Leider ist mit der Buchung etwas nicht ganz so in Ordnung gewesen, wie ich es mir gewünscht hätte: Die chinesische Doppelsteckdose Auf der Rückfahrt musste ich mit dem ‚Soft Sleeper’ vorlieb nehmen und kann jetzt berichten, das sich dort nur 4 Personen ein Abteil teilen—außer natürlich sie sind eine Langnase und schaffen es durch bloßes Nichtstun die anderen 3 Reisenden in die Flucht, d.h. hier in den ‚Hard Sleeper’ Bereich zu verschrecken. Leider gab es in diesen ‚non-deluxe’ Abteilen nicht die von meinem Laptop so geliebte Steckdose. Dafür konnte ich endlich einmal richtig ausschlafen und mich auf dem Gang nett mit einem älteren chinesischen Herrn aus L.A. über Gott und die Welt unterhalten. Der fand es putzig, dass ich aufgrund der schlechten Englisch-Kenntnisse der Chinesen solche Probleme habe, mich verständlich zu machen, kein Wunder spricht er doch Mandarin, Kantones und zu allem Überfluss auch noch den Shanghaier Dialekt. Aber in Tokio, sagt er sei er auch gar nicht zu Recht gekommen und hätte sich nur an seinen Lonely Planet Führer geklammert (und das mit 77 Jahren)!
Kleine Felder entlang der BahntrasseAuf der Rückfahrt hat man dann erst einmal gespürt, wie schlecht das letzte Stück der Bahntrasse vor Hong Kong wirklich ist: Aufgrund einer Verspätung ist der Zug gerast, die Wagons schüttelten hin und her. Nach 8h und zwei Stopps wurde es deutlich besser, die Verspätung musste wohl aufgeholt sein. Gemächlich ging es weiter Richtung Norden. Kleine Felder entlang der Bahntrasse Auf vielfachen Wunsch habe ich von den auffallend kleinen Felder, einige Fotos gemacht. Der tiefere Sinn in einer so extremen Parzellierung hat sich mir und meinem Gesprächspartner nicht erschließen können.
Leider lassen sich die Abteile in den chinesischen Zügen, trotz hoffnungsvoller Ansätze mit der im Zug neu ausgegeben Abteil-Karte (siehe oben), nicht abschließen. Schloß für die Abteile Echte Weltenbummler finden in dem Foto den Hinweis, den sie benötigen, um sich einen Schlüssel für alle chinesischen Abteile zu besorgen: Ein Dreieck mit 8mm Kantenlänge ist die Zaubergröße: ‚Pure Magic’. Das ärgerliche ist, dass ich zuhause irgendwo auch noch genau so einen Schlüssel habe…
Die Widereinreiseformalitäten in Shanghai waren so problemlos, als ob man in einen Schengen-Staat reist: Ich wurde überall durch gewunken und die Chinesen wurden kontrolliert (Kofferdurchleuchten, auspacken etc.). Witzig war, dass die Räumlichkeiten von die Hinreise, jetzt einfach in der anderen Richtung genutzt wurden: zuerst der lange Schlauch mit den Sitzbänken, dann die ‚Röntgengeräte’ zum Durchleuchten, die Seuchenbehörde mit ihren Wärmekameras und als letztes die Polizei mit der Kontrolle der Einreisegenehmigung.
Zum krönenden Abschluss habe ich dann auch noch einen Sitzplatz in der Metro bekommen (nein, diesmal keiner für Alte, Behinderte, Kinder oder Schwangere), aber der Zug wurde auch neu eingesetzt…

4 Comments:

Blogger Joachim said...

Na dann bist Du ja heil zurück im Ländle...schade eigentlich, den heute ist eine Bekannte von uns nach Hongkong geflogen und wollte Dir unbedingt die Lokale zeigen wo es BMI-taugliche westeuropäische und sogar deutsche Kost gibt (incl. Biergarten!). Die Extremparzellierung macht nach meinem umfassenden (!!!) agrokulturellem Wissen dann Sinn wenn der Automatisierungsgrad der Landwirtschaft gering, Arbeitskraft hingegen billig und überall in rauhen (oder rauen) Mengen zu haben ist (aka China)...in der Schule hieß das dann "der gärtnerische Ansatz in der chinesischen Landwirtschaft", wenn ich mich recht erinnere (ist ja auch schon ein bißchen her und die Lehrerein war panne blöd).

11:33 vorm.  
Blogger Katharina said...

Zu den kleinen Flächen kam mir die Frage: Wem gehört eigentlich in China das Land/Ackerland - Gehört es dem Staat oder dem einzelnen Bauern.
In der Hand des Staates würde man sicherlich große Anbauflächen erwarten (LPG-artig).
Es drängt sich auch die Frage auf, wie man mit diesen Flächen die chinesische Bevölkerung ernährt.

1:30 nachm.  
Blogger mj said...

Ich will ja gerade nicht die Schweinshaxe in Shanghai oder Hon´g Kong testen, sondern das einheimische Futter. Der $tarbuck$ in HK war ja nur eine ganz, ganz kleine Ausnahme.
Das die Landwirtschaft in einem kommunistischen Land nicht zentral und groß-industriell betrieben wird ist meines Erachtens, auch bei billiger Arbeit verwunderlich. Ertragreicher wäre es sicher mit Groß-Kolchosen, oder?

2:00 nachm.  
Blogger Joachim said...

Die Schweinshaxn war ja auch nur als Notlösung zum BMI-Erhalt gedacht...schließlich leben wir von den kleinen "Ausnahmen". Und schließlich ist China ja ungefähr so kommunistisch wie ich katholisch...aber frag doch noch mal Deine Studenten, vielleicht gibt es ja auch Groß-Kolchosen sowjetisch-stalinistischer Ausprägung, aber wie gesagt, ich kenn aus der Schule noch den "Gartenbauansatz in der Landwirtschaft", welcher bei Klein- und Kleinstparzellierung durch hohen Personalaufwand ertragreich ist.

8:15 nachm.  

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