Mittwoch, November 01, 2006

Wo sind sie nur, die alten Autos?

Im Straßenverkehr fällt auf, dass es zwar richtig alte und zusammengeschweißte Fahrräder, Mopeds, Motorräder und vor allem Dreiräder gibt, jedoch keine richtig alten Autos. Alte LKW gibt es zuhauf, vielleicht werden die aber auch schon mit dem entsprechenden ‚Dirty-Look’ ausgeliefert?
Ein Auto-Leben dauert in Shanghai (China?) genau 10 Jahre, dann wird das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen und (angeblich: jeder, der den Geschäftssinn der Chinesen schon einmal erlebt hat, mag ebenso wie ich an der absoluten Darstellung zweifeln) verschrottet. Wenn man den Zustand der Stoß-Dämpfer in den Taxis spürt, ist es ein Wunder, dass die Fahrzeuge bei der geringen Wartung überhaupt die 10 Jahres-Grenze erreichen! Es gibt praktisch kein Taxi, bei dem der Schriftzug ‚service INSP’ unterhalb der ‚Gesamtfahrleistungsanzeige’ nicht unentwegt blinkt. Ausnahme sind die Taxis, bei denen das Plexiglas vor den Instrumenten so dreckig ist, dass man gar nichts, d.h. hie wirklich überhaupt nichts, von den Kombi-Instrumenten erkennt.
Durchfahrverbot für MotorradfahrerP.S.: Die Autobahnen sind hier wirkliche Autobahnen: Motorräder sind hier auf den Maut-Straßen, sowie auf den freien Autobahnen verboten! Irgendetwas muss auch die großen Lastwagen von den Maut-Autobahnen abschrecken (höchstwahrscheinlich die Maut), fahren dürften sie jedenfalls, nur sehen tut man sie nur ganz selten.
Motorrad-Taxi P.P.S.: Für alle, für die das normale Taxi noch nicht aufregend genug ist, bietet Shanghai einen ganz besonderen Service: Motorrad-Taxis. Das Prinzip ist offensichtlich, der Preis wird vorher ausgehandelt, der ‚Taxi-Fahrer’, besser: ‚Taxi-Rider’ oder ‚Taxi-Biker’ stellt den Helm (er selbst fährt meistens nur mit einem Bau-Helm aka ‚Hard-Hat’, Kinnriemen, was ist das denn und natürlich ‚One-Size-Fits-All’. Diese besonderen Taxis finden sich an einigen Metro-Bahnhöfen und vor großen Einkaufscentern. Damen sitzen im Damensattel bzw. Damen-Sitz auf, evtl. vorhandene Tüten werden festgehalten, auch für Männer ist ein Umklammern des Fahrers für mehr Stabilität untypisch. Kein Wunder, das es hier in Shanghai pro Jahr 1500 offizielle Unfall-Tote gibt.

3 Comments:

Blogger Katharina said...

Sind die Instrumente in den Autos denn nicht mit chinesischen Schriftzeichen ausgestattet? Also ich könnte mit einer chinesischen Inspektionsaufforderung auch nichts anfangen!? Die Navis (wenn vorhanden) sind doch bestimmt in chinesisch... - Wie werden denn dort die Ziele eingegeben?

11:23 vorm.  
Blogger Joachim said...

Die Autos die über 10 Jahre alt sind werden nach Kuba und Indien exportiert (chinesisch für "verschrottet"), und ich könnte mir vorstellen das bei der chinesischen Geheimhaltungstrategie und rapidem Stadtwandel die Navigationssysteme an anderen Hindernissen scheitern als an Schriftzeichen...

12:14 nachm.  
Blogger mj said...

Die Tachos sind mit unseren Zahlen und die Abkürzungen auf den Instrumenten sind in lateinischen Zeichen beschriftet.
Mit den fest eingebauten Navigationsgeräten ist das hier ein Problem: Chinesisch beschriftet, chinesisch angesagt, chinesisch zu bedienen. Das Update-Problem ist unvorstellbar. Das coolste, was ich bis jetzt gesehen habe, ist ein Kollege, der einen Kugelkompas aus der Ablage über dem Mitteltunnel herausholte und frage: 'In welcher Richtung ist jetzt das Hotel?'. Wir einigten uns auf SW, fuhren unbeirrt durch den Einbahnstraßen-Jungel und bogen an der nächsten echten Kreuzung rechts ab und dann hat er die Gegend schon wiedererkannt und fuhr auf Autopilot. Ein anderer Kollege kämpft wacker mit dem Navi und gibt die Ziele immer auf der Karte ein. Da es ein TMC hier nicht gibt, ist man bei Beachtung der aktiven Verkehrschilder mit der Kompassmethode gleich schnell am Ziel, nur zu einem 1000stel der Kosten! Und klein Mirko darf hier gar nicht erst fahren...

2:20 nachm.  

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