Freitag, Oktober 20, 2006

Die Dynamik der Stadt oder es kann doch nicht immer nur ums Essen gehen

Neben zahlreichen McD Filialen schießen hier die $tarbucks-Läden wie Pilze aus dem Boden. In einem ‚Corner-Store’ kostet der Cafe-Latte EUR0,30, weshalb man dann, in zugegebenermaßen gediegenerer Atmosphäre, dann EUR3,50+ für ähnliches ausgeben soll, hat sich mir noch nicht erschlossen. Aber die U.S.A. scheinen hier noch einen ‚Coolness-Factor’ zu haben. So sind auch die ‚Amerikanischen Zigaretten’ deutlich teuerer, als die einheimischen (EUR4 gegenüber EUR0,36 die Schachtel, nur die Lokalmarke aus Shanghai ist mit EUR6 noch teuerer, sie wird aber nur von der Polizei geraucht! Nein, ich habe jetzt hier nicht aus Solidarität das Rauchen angefangen, ich musste bei meinen Exkursionen in die örtlichen Supermärkte immer Zigaretten mitbringen. Nicht jeder Supermarkt verkauft hier auch Zigaretten und das obwohl eigentlich die ganze Bevölkerung raucht!).
Der US-Inspirierte Lebensstil hat laut der englischen Ausgabe der einheimischen Lokalzeitung (Englische Ausgabe) schon einen durchschlagenden Erfolg: Die Sitze bei Air China sind zunehmend für die Fluggäste zu schmal und werden bei Anstehenden Instandhaltungsarbeiten nach und nach durch breitere ersetzt. In der Gruppe der unter 18-jährigen findet man verstärkt Michelin-Männchen.
Nun aber zurück zum Thema: Am meisten beeindruck mich an dieser Stadt die Geschwindigkeit des Wandels: Überall findet man große Bagger, die kleine und Mittelgroße Häuser z.T. ganze Siedlungen, zum Erschließen von Bauland für Hochhäuser, einfach abreißen. Pro Tag sollen es 30.000 Tonnen Bauschutt sein, der aus dieser Stadt der immerwährenden Wandels entfernt wird. Immerhin fast 1000 LKW täglich. So etwas wie ein Planfeststellungsverfahren scheint es hier nicht zu geben, eine Baubehörde schon. Dort kann man sich an einem Modell Shanghai heute anschauen (einfacher ist es natürlich einfach aus der Tür zu gehen, aber im Museum auf dem ehemaligen Expo-Gelände in Queens, N.Y. war ein entsprechendes Modell auch schon ein Publikumsmagnet.). Die Sage hat es, dass sich viele umgesiedelte Bewohner sich in der Baubehörde den Werdegang ihrer alten Parzelle anschauen.
Nach meiner letzten nächtlichen Exkursion durch das westliche Shanghai, habe ich es vorgezogen ein entsprechendes Gebiet (aka Landestyptische Wohnanlage) aus der absoluten Sicherheit der Polizeihochhauses von Shanghai-Downtown festzuhalten (ja, Silke, die kleine Kamera ist spitze!). Landestypische Wohnanlage umringt von HochhäusernDer Blick ist aus dem 10 Stockwerk, unter dem blauen Dach findet sich die lokale Markthalle, rechts, gerade nicht mehr im Bild, befindest sich eine der für Shanghai typischen ‚Elevated Roads’, die von schier unglaublich hohen Betonpfeilern getragenen Schnellstraßen/Autobahnen, die sowohl nach Shanghai hinein und heraus, als auch einen ‚Inner Circle’ um die Innen-Stadt bilden. Mehr zu diesen Straßen gibt es ein anderes Mal. Hier sei nur angemerkt, dass es die beschriebene Kurzlebigkeit von Infrastruktur und Behausung, ist, die Shanghai ein solch unglaubliches Wachstum und Dynamik beschert.

1 Comments:

Blogger Joachim said...

Ja, wenn wir die Chinesen schon nicht in ihrem ungeheuerlichen Wachstum bremsen können, dann bescheren wir ihnen wenigstens unsere sämtlichen Zivilisationskrankheiten, dass mit den Masern wie bei den Indianern wird ja eher nicht funktionieren. Aber gut das mal was anderes dabei war, unreflektierte Naturen könnten meinen es ginge Dir nur um das Essen :-) Wir haben mal (als wir noch Fernsehen hatten)einen Bericht über Shanghai gesehen wo es genau darum ging.

Ach ja, apropos Shanghai, wenn Du dann Sehnsucht hast gibt es im Schmidts Tivoli am 31.12. die große Shanghai-Silvester-Gala mit Life-Cooking und anderem Chinakrams...dann doch lieber feiern wie die Friesen, oder?

4:15 nachm.  

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