Freitag, November 17, 2006

Pheromon-Fallen

Phero..., bitte was. Hier gibt es ein Problem, das heißt nicht nur Termiten, die finden die neuen Betonbauten ja nicht ganz so knusprig, die Kakerlaken jedoch schon. Aus New York bin ich schon mit der Numerik der Kakerlaken vertraut: Siehst Du eine, sind da zumindest Hunderte, wenn nicht gar tausende. Schlaue Biologen entwickelten daher die auf den Sexuallockstoffen basierenden Pheromonfallen, bei denen ein ebensolcher Lockstoff die Tierchen in einen Behälter führt, aus dem sie nicht mehr herauskommen. Hier sind sie noch voll auf Chemie: Wohnung einsprühen, nach draußen gehen, warten, warten, warten und die Leichen einkehren. Da freuen sich die Insektizid-Einlagerungen im menschlichen Fettgewebe… Fliegenfalle Umso erstaunter war ich, als die links abgebildete Fliegenfalle sah: Immerhin eine Lebendfalle (heißt ja nicht, dass die Tierchen da wieder lebend herauskommen müssen) mit Lockstoff (Essen, wenn auch nicht mit Sexualhormon), aber offensichtlich sehr erfolgreich. Aufgrund der geringen Fliegen-Dichte ließ sich die Funktionsweise leider nicht in einem Video dokumentieren, deshalb jetzt hier einwenig Prosa: Die Fliege riecht dass Essen und fliegt darauf zu und findet das Essen. Hat sie erst einmal davon getestet, steigt sie wieder auf und zwar nach oben, dort wird der Luftraum durch das grüne Fliegengitter pyramidenartig enger, bis sie, durch das ca. 2cm große Quadrat, in den Innenraum der Falle gelangt, Will sie jetzt wieder etwas vom Essen, bewegt sie sich entlang der Seiten nach unten (von dem Loch oben weiß sie ja nichts mehr) und verhungert unten in der Kante, ganz dicht am Essen. Genial, aber sicher auch ein größerer Schweinkram beim Reinigen der Falle.

3 Comments:

Blogger Claus said...

Ich fand die geringe Zahl der Fliegen in Hong Kong schon merkwürdig - denk mal zurück an die Straßen-Fleischereien dort in Mongkok.
Bei den ausserdem für allerlei Getier angenehmen Temperaturen hätte ich dort schlimmeres vermutet. Da muss es sich wohl um großzügigen Gifteinsatz handeln, anders geht das irgendwie nicht an.

7:17 vorm.  
Blogger Joachim said...

Naja, bei dem menschlichen Fettgewebe endet ja (meistens) wenigstens die Nahrungskette...was die Insektizide erst mit mehreren Jahrzenten Verzögerung wieder der Biosphäre zuführt. Und diese leicht sadistische Ader die Tiere mit dem Blick auf lecker gammelndes Essen verhungern zu lassen...reizvoll!

10:16 nachm.  
Blogger mj said...

Ich fand die Falle eine kassische Anwengung des KISS Prinzips (Keep It Simple Stipid): Kein Gift, einfach nur Teller einschieben. Das verwunderliche finde ich, dass das funktioniert: Ein gekochtes Essen ist für Fliegen anscheinend schmackhafter, als frisches Fleisch oder Gemüse.
Die gering Zahl an Fliegen in Hong Kong war auffallend, insbesondere auf den 'Fleisch-Märkten'. Olfaktiorisch muß das für Fliegen eigentlich ein Schlaraffenland sein.

9:24 vorm.  

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