Freitag, Mai 11, 2007

Das [chinesische] Base Camp

... und plötzlich waren wir da. Etwas unerwartet nach einer erneuten Kurve lag plötzlich die Zelte des Touri-'Base Camps' vor uns. Nachdem uns an jedem Zelt eine Stimme auf tibetisch aufforderte dort hier zu übernachten oder ein Mahl einzunehmen, suchten wir uns zwei Zelte aus, in denen wir für diese Tag wohnten wollten. Man stelle sich große aus schwarzen Filzstoff (auf Holzgerüst) bestehende Zelte, mit Yak-Dung [noch vornehmer wäre Yak-Losung gewesen] betriebenen Öfen vor. Kleine Fenster aus Plexiglas [genauer: durchsichtige Folie] und dicken Teppichen als Tür-Vorhang. Die Einrichtung entspricht der eines der 'Guesthouses': an den Wänden entlang breite Bänke mit Teppichen überzogen als Sitz- und später Schlaf-Gelegenheit. Davor Kisten mit schönen [schrecklichen] tibetischen Motiven bemahlt, beim Eingang ein Regal mit angeboten, von Turnschuhen über Cola/Pepsi, über Mützen und sonstiges, was man so anbieten kann. Vor der Tür draußen gab es dann ein kleines Sofa aus einer alten Matratze bestehend und auf einem Tisch wurden einem die 'üblichen' Souvenirs dargeboten: Gebetsmühle, Gefäße, angebliche Versteinerungen von Schnecken [niederen Tieren und Pflanzen], [Bernstein mit (Neuzeit-)Getier aus 100% Plastik im Dezimeter Maßstab], Halsketten und anderes landesüblicher Schmuck [spricht: Ramsch] etc. Insgesamt schlängelten sich so auf ca. 300m Straße mindestens auf jeder Seite 25 Zelte den Berghang empor. Es herrschte ein eigentümliches, aber freudiges Treiben. So tummelten sich neben den meist tibetischen Zeltbesitzern, die meist chinesischen Guides, mit teils chinesischen, teils tibetischen Fahrern, und mehrere Touris, einige aus Japan (das waren die, die auch uns für Fotografierwürdig hielten...) und viele aus Europa (Spanien, Frankreich, Italien) und einige Amerikaner. Am oberen Ende der Strasse gab es einige Pferdewagen mit den dazugehörenden, von der Größe eher an Ponys erinnernden Pferden, die uns als bald zum Richtigen etwa 7km entfernten und nochmals 200m höheren 'Base Camp' bringen sollten. Das Wetter war ein Traum: Sonne und klarer Sicht, da störte der eisige Wind kaum... [Wir waren ja auch schlau und haben für RMB20 einen dicken Armee-Mantel zum Bedecken der Beine gemietet...] Dieser Trip mit den Pferden war witzig [vor allem, weil man sich bei der dünnen Luft vor Erschöpfung kaum bewegen mochte]. Und dann erreichten wir unseren höchsten Punkt der Reise: Das chinesische 'Base Camp'. Dort erklommen wir noch eine kleines Hügelchen und ließen uns von der einmaligen Sicht auf die Nord-Seite des Mt. Everest bezaubern. Ich hatte mir für diesen Augenblick soviel innerlich vorgenommen, an das ich denke wollte... aber es war alles wie weg... aber ein Traum, mein Traum wurde wahr (Danke Mirko... ich liebe Dich!!!).

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