Freitag, Mai 11, 2007

Lhasa-Shigatse-Tingri-Base Camp(CN)-Zhangnu-Katmandu, 3rd Leg

Auf bester Asphalt-Straße ging es in Richtung Süd-Westen. Gerade hatte man sich an das ruhige Reisen gewöhnt, kamen wir wieder einmal an eine Gabel-Kreuzung. Diese war mit einem ‚Blauen Schild’ ähnlich unserer Autobahn Beschilderung, mit dem stilisierten Bild des Everest und 101km ‚bedruckt’. Just von diesem Moment an, bestand die Straße nur nicht aus einer Schotter-Piste. In endlosen Abfolgen von Serpentinen schraubten wir uns Höhen-Meter um Höhen-Meter in die Höhe. Erreichten wir die Spitze eines Hügels, hatte man einen wunderbaren Blick auf die gerade gefahrene Straße, auf der sich jetzt andere SUVs scheinbar unaufhaltsam, wie auf einer Perlenschnur, nach oben bewegten, um sich dann und wann kurz hinter einem ‚Dong Feng’ zu stauen und dann doch in waghalsigen Überhol-Manövern auf der 1,5-spurigen Trasse an den ‚Riesen’ vorbei zu quetschen. Daneben gab es auch einige Wenige SUVs, die bereits vom Base-Camp kamen und jetzt den Berg hinunterfuhren und eine ganz besondere Dynamik in die Aufwärtsbewegung der anderen Fahrzeuge brachten: Auf- und abwärts fahrende Fahrzeuge hielten jeweils unbeirrt aufeinander zu, um im letzten Moment auf Schritt-Geschwindigkeit abzubremsen, sich aneinander vorbei zu drängeln, um dann auf halber höher gleich wieder zu beschleunigen. Ein phantastisches ‚Natur’-Schauspiel. Nach 4 Stunden Schotterpiste fuhren wir am höchst gelegenen Kloster der Welt vorbei und rasten auf die Zelt-Ansammlung am Ende der für ‚Normale’-Touris erlaubten Strecke zu. Dort suchten wir uns ein ‚Haus-Zelt für die Nacht aus, um dann die letzten (angeblich) 10km zum eigentlichen Base-Camp mit dem Pferde-Wagen zurück zu legen. Vom nördlichen Ende des Base-Camps mussten wir dann tatsächlich zu Fuß weiter gehen. Jetzt merkte man richtig, wie dünn die Luft hier wirklich war (5200m): Ein eher als beschaulich anzusehender Hügel in mitten des Base-Camps war, aufgrund der schönen Übersicht, zu erklimmen. Der Ausblick lohnte wirklich (neben ‚Dem Berg’, gab es unzählige 'The NorthFace' ‚Expedition 36’ Zelte, das auch schon unsere Wahl für die Skandinavien-Urlaube war!!!), wir errichteten ‚Unser’ Steinmännchen und machten das obligatorische Foto. Kaum waren wir vom Base-Camp zu unserem Zelt-‚Hotel’ zurückgekehrt, war der gesamte Everest von Wolken verdeckt: man sah nur noch die näher liegenden seitlichen Berge des Massivs. Es war so, als ob jemand einfach eine grau melierte Folie vor den Berg gezogen hätte. Unser Glück, den Berg der Berge, so klar gesehen zu haben, zogen wir uns erst einmal in die Zelt-Hütte zurück. Gegen Abend war der Blick zum Everest dann wieder frei, der berg wurde von rechts (Westen) angeschienen. Die schneebedeckten Flächen leuchteten in der Abendsonne orange bis rosa. Ein unglaublich surreales Bild.

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1 Comments:

Blogger joachim said...

Jetzt bin ich wirklich ein bißchen neidisch...auf die Fotos bin ich nach wie vor gespannt. Was heißt eigentlich "Ende der Strecke für die Normalen-Touris"...Sperrgebiet? Hab mich schon gefragt wie der Grenzübergang China/Nepal wohl aussieht, grad in dieser geopolitisch und strategisch exponierten Lage. Dürft ihr "unbeobachtet" frei rumlaufen, oder ist Euer Guide auch gleich "watch dog"? (Kenn ich aus Russland ´86)

2:37 nachm.  

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