Samstag, Mai 12, 2007

Lhasa-Shigatse-Tingri-Base Camp(CN)-Zhangnu-Katmandu, 4th Leg

Am Morgen im Base-Camp hatten man wieder einen unglaublichen Blick auf Everest: Diesmal wurde der Berg von Osten (links) von der aufgehenden Sonne angeschienen. Die Touristen in den Zelten erwachten nach und nach und traten mit ihren verkaterten, Kopfschmerz-Gezeichneten Gesichtern vor die Zelte und staunten erst, um dann die Kameras zu holen. Um 08:00Uhr verließen wir das Base-Camp in Richtung Norden. Die ersten Kilometer waren noch mit denen vom Vortag identisch, dann ging es nach links (Westen) auf eine Straße, die man wirklich nur als ‚Dirt-Road’ (Straße aus Dreck, also Sand und Steinen) bezeichnen konnte. Rasch verloren wir die ersten Tausend Höhen-Meter, wodurch sich das Befinden Aller spürbar besserte. Jetzt konnte man die Landschaft genießen: unglaublich weite Flächen, die so regelmäßig mit Steinen ‚bestreut’ waren, dass man an ein Kunstwerk denken konnte und im Hintergrund braune Berge und dann als Abschluss im Süden die schneebedeckten, grauen Massive der Himalayla-Kette. Auch wenn diese Plateaus im ersten Augenblick unbewohnt schienen, konnten wir doch einen Fuchs, einige Erdhörnchen ähnliche Nager, sowie mit der Zeit zahlreiche Vögel beobachten. Den Vögeln schienen wir eine willkommene Abwechslung zu sein: Sie begeleiteten unser Fahrzeug für mehrere hundert Meter, bevor sie sich wieder zu ihrem ursprünglichen Platz zurückkehrten. Nach fast 3h Fahrt kamen wir in ‚Old Ting-Ri’ an und mussten auf die Vorhut des 'Medical Teams' warten. Dann ging es auf asphaltierter Straße gemeinsam in Richtung Zhangnu um 50km vor dem 'Ziel' in eine schier unendliche Berghang-Baustelle zu fahren. Es handelte sich um eine einfache Verbreiterung der Trasse: Teams mit Pressluft-Hämmern in den Hängen lösen Gesteins-Schollen, die dann auf die Fahrbahn fallen und von riesigen Baggern entweder beiseite oder den Hang hinunter(!!) geschoben werden. Natürlich gab es wieder Teams für die Wassergräben, für die Stabilisierung der Hänge und die Abwasser-Spezies, die Rohre quer zur Fahrbahn verlegten... Unter einem Wasserfall, der die ganze Fahrbahnbreite benetzte, fuhren wir zwecks Fahrzeug-Wäsche ganz langsam hindurch (ja, hier in China lebt man im Einklang mit der Natur?). Dann kamen wir endlich in Zhangnu an.

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Freitag, Mai 11, 2007

Lhasa-Shigatse-Tingri-Base Camp(CN)-Zhangnu-Katmandu, 3rd Leg

Auf bester Asphalt-Straße ging es in Richtung Süd-Westen. Gerade hatte man sich an das ruhige Reisen gewöhnt, kamen wir wieder einmal an eine Gabel-Kreuzung. Diese war mit einem ‚Blauen Schild’ ähnlich unserer Autobahn Beschilderung, mit dem stilisierten Bild des Everest und 101km ‚bedruckt’. Just von diesem Moment an, bestand die Straße nur nicht aus einer Schotter-Piste. In endlosen Abfolgen von Serpentinen schraubten wir uns Höhen-Meter um Höhen-Meter in die Höhe. Erreichten wir die Spitze eines Hügels, hatte man einen wunderbaren Blick auf die gerade gefahrene Straße, auf der sich jetzt andere SUVs scheinbar unaufhaltsam, wie auf einer Perlenschnur, nach oben bewegten, um sich dann und wann kurz hinter einem ‚Dong Feng’ zu stauen und dann doch in waghalsigen Überhol-Manövern auf der 1,5-spurigen Trasse an den ‚Riesen’ vorbei zu quetschen. Daneben gab es auch einige Wenige SUVs, die bereits vom Base-Camp kamen und jetzt den Berg hinunterfuhren und eine ganz besondere Dynamik in die Aufwärtsbewegung der anderen Fahrzeuge brachten: Auf- und abwärts fahrende Fahrzeuge hielten jeweils unbeirrt aufeinander zu, um im letzten Moment auf Schritt-Geschwindigkeit abzubremsen, sich aneinander vorbei zu drängeln, um dann auf halber höher gleich wieder zu beschleunigen. Ein phantastisches ‚Natur’-Schauspiel. Nach 4 Stunden Schotterpiste fuhren wir am höchst gelegenen Kloster der Welt vorbei und rasten auf die Zelt-Ansammlung am Ende der für ‚Normale’-Touris erlaubten Strecke zu. Dort suchten wir uns ein ‚Haus-Zelt für die Nacht aus, um dann die letzten (angeblich) 10km zum eigentlichen Base-Camp mit dem Pferde-Wagen zurück zu legen. Vom nördlichen Ende des Base-Camps mussten wir dann tatsächlich zu Fuß weiter gehen. Jetzt merkte man richtig, wie dünn die Luft hier wirklich war (5200m): Ein eher als beschaulich anzusehender Hügel in mitten des Base-Camps war, aufgrund der schönen Übersicht, zu erklimmen. Der Ausblick lohnte wirklich (neben ‚Dem Berg’, gab es unzählige 'The NorthFace' ‚Expedition 36’ Zelte, das auch schon unsere Wahl für die Skandinavien-Urlaube war!!!), wir errichteten ‚Unser’ Steinmännchen und machten das obligatorische Foto. Kaum waren wir vom Base-Camp zu unserem Zelt-‚Hotel’ zurückgekehrt, war der gesamte Everest von Wolken verdeckt: man sah nur noch die näher liegenden seitlichen Berge des Massivs. Es war so, als ob jemand einfach eine grau melierte Folie vor den Berg gezogen hätte. Unser Glück, den Berg der Berge, so klar gesehen zu haben, zogen wir uns erst einmal in die Zelt-Hütte zurück. Gegen Abend war der Blick zum Everest dann wieder frei, der berg wurde von rechts (Westen) angeschienen. Die schneebedeckten Flächen leuchteten in der Abendsonne orange bis rosa. Ein unglaublich surreales Bild.

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Samstag, Mai 05, 2007

Kurzes Hallo aus Ting'ri (Dingri Xian)

Wir haben hier in einem 4-klassigem Hotel (Strom ab 18:00Uhr durch einen Generator) ein einzelnes Internet-Terminal gefunden, um dass sich gefuehlte 100 Digeraties draengen. Durch fruehes Kommen (Internet gibt es erst ab 20:00Uhr) und beharrliches Warten, bis der Klugscheisser vor mir fertig war, koennen wir Euch jetzt dieses Lebenszeichen aus 4342m senden. Es ist schon eine verrueckte Welt. Der GSM-Empfang funktioniert hier uebrigens in der ganzen Region hervorragend. Ein GPRS-Zugang waere das Mittel der Wahl...

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