Sonntag, Juni 10, 2007

Die Expedition am chinesischen Base-Camp

Ich habe die Expedition, die ich in diesem Post mit den zahlreichen ‚The North Face’ ‚Expedition 36’ Zelten beschrieben hatte, doch noch gefunden: In SlashDot schrieb ein Mark über seine Erfahrungen mit dem Aufbau einer Rechner-Infrastruktur im chinesischen Base-Camp am Mt. Everest. Das machte mich stutzig, so dass ich nach der offiziellen Expeditions Homepage suchte, die dann eher leicht zu finden war. Laut ‚Expeditions-Uhr’ müssen die erst kurz vor unserer Ankunft die Zelte aufgebaut haben! Sie wollen am 14.6. ‚On Top of the World’ sein. Viel Glück dabei.

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Dienstag, Mai 15, 2007

Zwischen Traum und Realität!!! (2.Anlauf fuer meine Version)

Nach unserem Fußmarsch zurück zum Base Camp fanden Margret und ich die anderen in einem der Übernachtungszelte vor. Irgendwie schien jeden eine Art Lethargie oder vielleicht war es auch nur Erschöpfung erfasst zu haben. So warf ich mich auch erstmal auf eine, der mit Teppich ausgelegten Bänke. Nach 30min. des vor mich hin Dösens, hörte ich vorm Zelt Margrets Lachen und ein Stimmengewirr aus Englisch, Chinesisch und Tibetisch. Neugierig geworden erlangte ich wieder ein wenig Energie und leistete Margret draußen in der Sonne bei einem Lhasa-Beer (das einem nach einiger Zeit sogar schmeckt) Gesellschaft. Wir unterhielten uns mit einer Tibeterin über Ihre ausliegenden Souvenirs und ein Tibeter wollte Margret unbedingt seine Kette verkaufen... Damit der Spaß nicht einseitig wurde, fand unsere tibetische ‚Gastgeberin’ Freude daran das Bierglas gleich wieder aufzufüllen (Gott sei Dank fasste dies nur ca. 15cl.). In der Sonne, auf der Matratze sitzend, den höchsten Berg der Erde genießend, ließ es sich gut aushalten. Und ich träumte schon vom baldigen Sonnenunter- und morgigem Sonnenaufgang mit freier Sicht auf den Everest. Aber alles kam anders: Plötzlich trat Mirko aus dem Zelt und bat mich mit ernster Miene doch bitte mal reinzukommen... Irgendwie war gleich klar, dass etwas nicht stimmte. Jack, unser jüngstes Gruppenmitglied war plötzlich ziemlich schlecht dran. Er klagte über Schwindel, Kopfschmerzen, leichte Übelkeit, war schlisse blass, Puls von 115bpm, hatte zyanotische Lippen und war tachypnoeisch...Oh Mist, was nun??? Zuerst einmal brachten wir Ihn in 30 Grad Oberkörper-Hochlagerung und besorgten O2. Das half aber nur bedingt... da es mittlerweile schon 19:00 war und die Dämmerung drohte, verblieb also nicht gerade viel Zeit für Entscheidungen. Hinzu kam dann noch auf mein Nachfragen die Info, das Jack seit dem Vormittag nicht mehr gepieschert hatte... Mirko und ich stimmten darüber überein, dass Jack auf unsere letzte Übernachtungshöhe gebracht werden musste, wollten wir kein Risiko eingehen. Mit meiner unendlichen Erfahrung in ‚Altitude Medicine’ entschloss ich mich ihm vor Abfahrt, nachdem ich mit seinen Eltern gesprochen hatte, noch Dexa-Methason i.v. zu geben. Das ganze andere, insbesondere unseren überforderten Guide und einen der Fahrer zu veranlassen sich ihrerseits um einen Plan-B zu bemühen hab ich dann lieber Jacks Vater und Mirko überlassen. 19:20 machten wir uns auf den Weg. Während Mirko mein Rucksack und die Medis (plus Reserve 02) in den anderen ‚Land Cruiser’ brachte und ich noch schnell versuchte etwas von dem Bier los zu werden, wurde Jack schon mal ins Auto verladen. Unser Guide und der Fahrer vorne, Jack mit Vater auf dem Rücksitz und ich im Laderaum, ging unsere Evakuierungsfahrt los. Wollten wir zuerst noch zurück fahren zu unser letzten Übernachtungsstätte (4h, davon dann 3h im Dunkeln), holte nach 15min. Fahrt unserer Fahrer über entgegenkommende Fahrzeuge die Info ein, dass Old Ting’ri nur 2h entfernt und noch etwas tiefer liegt. Jacks Vater und ich entschieden uns dieses Risiko einzugehen [Welch Leichtsinn, lest mal das Army Handbook]... unter dem Wissen, dass Handyverbindung zwischen uns und Mirko zeitweise möglich war und wir die anderen informieren können [nützt auch nichts, wenn man nicht weiß, wo man ist und das Werkzeug in unserem Fahrzeug lag!]. Die Strecke stellte sich dann als besonders holperig heraus und ich bedauerte jeden Schluck Bier mehrmals... mir war auf der Ladefläche so übel und desto mehr Jack wieder Farbe annahm desto fahler kam ich mir vor. Nach gut einer Stunde schien das Dexa anzuschlagen und Jack ging es besser, insbesondere seine Lippen-Zyanose war deutlich rückläufig...auch seine Diurrese setzte dann im weiteren wieder ein (und ich gelobe, dass nächste mal auch an Lasix zu denken!!! So hatte ich nur Diamox als Diuretikum zur Hand). Als er nach einer Stunde lieber sitzen wollte, anstatt zu liegen, wusste ich das wir richtig gehandelt hatten und erst als Jacks Vater sagte: ‚Schaut noch mal zurück: Der Everest!’ (Es sollte unser letzter wirklich freier Blick auf den Berg aller Berge sein)... kam mir alles andere wieder in den Sinn. Unsere Fahrt gestaltete sich hingegen zunehmend spannend und aufgrund meines rebellierenden Magens war ich meinerseits sehr froh nach vorne auf den Rücksitz umwechseln zu können. Unsere Strasse aus Sand und Steinen, gerade mal so breit wir der Wagen, machte nun mehr und mehr ungeahnte Kurven mit fast 90 oder mehr Grad Winkeln und fiel auf der Seite steil mehrere 100m ab. Die Dämmerung nahm zu und wir waren nur noch halb so zuversichtlich wie zuvor... so schnell ändern sich die Emotionen... Aber dann wurde es flacher und wir waren erleichtert. Den gefährlichsten Teil schienen wir hinter uns zu haben...selbst wenn wir im Auto hätten übernachten müssen, so waren wir doch sicher unter 4300m und außerdem hatte jeder genug Zeugs dabei um nicht zu erfrieren. So fuhren wir dann auf einer bis zum Horizont reichenden Ebene an Yak-Herden und Nomaden Zelten vorbei und konnten uns auch hier und da nach dem Weg erkundigen. Doch dann schien unser Glück ein Ende zu haben. Ein Fluss ohne intakte Brücke, der viel Wasser führte und eine erhebliche Strömung aufwies, hinderte uns an der Weiterfahrt. Unser Guide, der Fahrer und Jacks Vater machten sich zu Fuß zu Erkundungstouren auf (ohne Taschenlappe [Helden, könnte uns nicht passieren, nicht Bernd?]). Ich suchte und fand dann Mirkos Taschenlappe in meinem Rucksack und händigte sie unserem Guide aus. Dann wartete ich mit Jack im Wagen auf die weiteren Geschehnisse. Jack war weiterhin stabil, aber auch ziemlich erschöpft und die Uhr zeigte auch schon 21:30 an. Dann kam unser Fahrer und Jacks Vater wieder. Unseren Guide (mit Taschenlampe) hatten sie an der Stelle postiert, wo Ihrer Meinung die Möglichkeit bestand mit dem Wagen durchzukommen. Für Debatten blieb kein Raum, entweder es geht oder nicht...manchmal ist das Leben einfach...und das Glück war auf unserer Seite - Es ging!!! Danach waren wir nach mehreren Nachfragen noch ca. 30min. unterwegs, bis wir ein ‚Guesthouse’ fanden, indem noch etwas Platz für uns war. So fielen wir dann auch gleich in unsere Schlafsäcke und ich war froh, mir keine weiteren Gedanken mehr um Jack machen zu müssen. Fast war mir dann schon die Dankbarkeit von Jacks Vater peinlich... Er entschuldigte sich mehrmals wegen der Umstände und dass es ja der Höhepunkt unserer Reise war: Aber auch der höchste Berg ist und bleibt nur ein Berg, ein Leben hingegen ist und bleibt einfach Alles. (Außerdem hab ich somit eine spannende Geschichte mehr –Zwinker-). Fazit: Nehme immer genug Dexa und Lasix mit und vor allem trinke kein Bier, wenn Du der Doktor bist!!!

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Samstag, Mai 12, 2007

Lhasa-Shigatse-Tingri-Base Camp(CN)-Zhangnu-Katmandu, 4th Leg

Am Morgen im Base-Camp hatten man wieder einen unglaublichen Blick auf Everest: Diesmal wurde der Berg von Osten (links) von der aufgehenden Sonne angeschienen. Die Touristen in den Zelten erwachten nach und nach und traten mit ihren verkaterten, Kopfschmerz-Gezeichneten Gesichtern vor die Zelte und staunten erst, um dann die Kameras zu holen. Um 08:00Uhr verließen wir das Base-Camp in Richtung Norden. Die ersten Kilometer waren noch mit denen vom Vortag identisch, dann ging es nach links (Westen) auf eine Straße, die man wirklich nur als ‚Dirt-Road’ (Straße aus Dreck, also Sand und Steinen) bezeichnen konnte. Rasch verloren wir die ersten Tausend Höhen-Meter, wodurch sich das Befinden Aller spürbar besserte. Jetzt konnte man die Landschaft genießen: unglaublich weite Flächen, die so regelmäßig mit Steinen ‚bestreut’ waren, dass man an ein Kunstwerk denken konnte und im Hintergrund braune Berge und dann als Abschluss im Süden die schneebedeckten, grauen Massive der Himalayla-Kette. Auch wenn diese Plateaus im ersten Augenblick unbewohnt schienen, konnten wir doch einen Fuchs, einige Erdhörnchen ähnliche Nager, sowie mit der Zeit zahlreiche Vögel beobachten. Den Vögeln schienen wir eine willkommene Abwechslung zu sein: Sie begeleiteten unser Fahrzeug für mehrere hundert Meter, bevor sie sich wieder zu ihrem ursprünglichen Platz zurückkehrten. Nach fast 3h Fahrt kamen wir in ‚Old Ting-Ri’ an und mussten auf die Vorhut des 'Medical Teams' warten. Dann ging es auf asphaltierter Straße gemeinsam in Richtung Zhangnu um 50km vor dem 'Ziel' in eine schier unendliche Berghang-Baustelle zu fahren. Es handelte sich um eine einfache Verbreiterung der Trasse: Teams mit Pressluft-Hämmern in den Hängen lösen Gesteins-Schollen, die dann auf die Fahrbahn fallen und von riesigen Baggern entweder beiseite oder den Hang hinunter(!!) geschoben werden. Natürlich gab es wieder Teams für die Wassergräben, für die Stabilisierung der Hänge und die Abwasser-Spezies, die Rohre quer zur Fahrbahn verlegten... Unter einem Wasserfall, der die ganze Fahrbahnbreite benetzte, fuhren wir zwecks Fahrzeug-Wäsche ganz langsam hindurch (ja, hier in China lebt man im Einklang mit der Natur?). Dann kamen wir endlich in Zhangnu an.

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Freitag, Mai 11, 2007

Zwischen Traum und Realitaet

Margret und ich entschlossen uns die 7km vom 'Base Camp' zu Fuß zurück zu gehen. Es war Traumhaft. Immer wieder sahen wir auf den Mt. Everest zurück. Auch begegneten ein paar Yaks und konnten einige schöne Fotos schießen. Im Lager angekommen berichteten uns Mirko und Ross darüber, dass sie sich um einen Spanier gekümmert hätten, [der ganz offensichtlich an der Höhenkrankheit litt: Schöne Beuge-Krämpfe in den oberen Extremitäten, blaue Lippen, aschfahles Gesicht: Lehrbuchhaft. Uns wurde von seiner Begleiterin nur mitgeteilt, dass man sich schon um ihn kümmere, unsere Hilfe sei nicht erwünscht (Danke!) und viel Spaß mit nur 15l O2 und sonst nichts als Therapeutikum. Nach ca. 15min sind sie denn auch in Richtung 'Berg-Hinab' los... Armes Schwein. Nach diesem Schrecken musste ich dann doch noch einmal die gesamten Notfall-Maßnahmen vor meinem inneren Auge review passieren lassen. Als ich damit in unserem Zelt, halb sitzend, halb liegend, halb wach, halb dösend fertig war, kamen die 'Grazien' von Ihrem Abgang im Zelt an und es wurde hektisch: Unserer jüngstes Gruppenmitglied (11,8 Jahre) hatte blaue Lippen, Harnverhalt und den ganzen Tag so gut wie gar nichts getrunken und die 'Höhen-Krankheits-Tabletten' (natürlich die Tabletten dagegen, ein Diuretikum der 6ten(!!, es lebe der Herold) Wahl, ohne nachgewiesene Wirkung bei Höhenkrankheit, es lebe das Placebo), waren von den Eltern auf das Körpergewicht angepasst (ohne ärztlichen Rat und die Dosis war unter Wirkdosis, was wiederum einmal mehr deutlich macht, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind...(das ist 100% Klug-Scheiß-Faktor)) und schon vor 2 Tagen abgesetzt worden. Herzlichen Glückwunsch: So konnten wir selbst feststellen, dass unser Guide (von ‚Tibet Travel Expert’) von Medizin überhaupt keine Ahnung hatte, ein 'Rettungs-Plan' bzw. überhaupt ein Plan nicht existierte. Nach Lagerung des Oberkörpers in 30 Grad Position und etwas Trinken wurden die Lippen wieder roter, nur um nach 30min wieder richtig satt blau zu werden. Jetzt kam 'Plan B': Sauerstoff (auch nur 15l), Dexamethason i.v. und Evakuierung ins Tal. Das gefiel dem Guide gar nicht, da sie schon für die Übernachtung bezahlt hatte... Den Klärungsbedarf habe ich dann in meiner unverbindlichen Art dargestellt, worauf hin sie gar nichts mehr sagte und nach 10min. ein Fahrzeug mit Guide (gegen meinen Willen, aber der Vater wollte es so), Fahrer, Vater, Patient und Silke gen Tal rollte. Mit nur noch 1h Tageslicht hatte ich (aber wer bin schon ich) den Mitfahrenden die eindeutige Anweisung gegeben die Strecke des Tages zurückzufahren, um sich ja nicht zu verirren und nachts ungeschützt dem Wind und den Temperaturen ausgesetzt zu sein. Das war zwar am Anfang nur eine Geröll-Piste, später, also ziemlich genau nach 1h, aber nur asphaltierte Straße. Perfekt, wenn auch 4h lang. Ihr ahnt es, der Guide (diese Schlampe), wusste es wieder einmal besser und ist einen anderen Weg gefahren (und zwar genau den, den wir am nächsten Morgen vom Base-Camp nach Zhangnu fahren sollten): Eine Fahrt in der offenen Stein-Wüste, durch Flussbetten und wassergefüllte Flüsse, teilweise ohne feste Piste, mit einzelnen, durch Steine gesperrten Pisten-Abschnitten, jedenfalls immer ohne Wegmarkierung... Zum Glück ging es dem 'Patienten' nach 1h bereits wieder so gut, dass er sitzen konnte und an dem Gesuche nach dem richten Weg auch etwas Komisches finden konnte (laufen 2 Männer im Dunkeln den Fluss entlang...). Wir sollten die Strecke am nächsten Tag, ohne zu rasen, eine Stunde schneller und zwar in 2:15h, absolvieren.]

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Das [chinesische] Base Camp

... und plötzlich waren wir da. Etwas unerwartet nach einer erneuten Kurve lag plötzlich die Zelte des Touri-'Base Camps' vor uns. Nachdem uns an jedem Zelt eine Stimme auf tibetisch aufforderte dort hier zu übernachten oder ein Mahl einzunehmen, suchten wir uns zwei Zelte aus, in denen wir für diese Tag wohnten wollten. Man stelle sich große aus schwarzen Filzstoff (auf Holzgerüst) bestehende Zelte, mit Yak-Dung [noch vornehmer wäre Yak-Losung gewesen] betriebenen Öfen vor. Kleine Fenster aus Plexiglas [genauer: durchsichtige Folie] und dicken Teppichen als Tür-Vorhang. Die Einrichtung entspricht der eines der 'Guesthouses': an den Wänden entlang breite Bänke mit Teppichen überzogen als Sitz- und später Schlaf-Gelegenheit. Davor Kisten mit schönen [schrecklichen] tibetischen Motiven bemahlt, beim Eingang ein Regal mit angeboten, von Turnschuhen über Cola/Pepsi, über Mützen und sonstiges, was man so anbieten kann. Vor der Tür draußen gab es dann ein kleines Sofa aus einer alten Matratze bestehend und auf einem Tisch wurden einem die 'üblichen' Souvenirs dargeboten: Gebetsmühle, Gefäße, angebliche Versteinerungen von Schnecken [niederen Tieren und Pflanzen], [Bernstein mit (Neuzeit-)Getier aus 100% Plastik im Dezimeter Maßstab], Halsketten und anderes landesüblicher Schmuck [spricht: Ramsch] etc. Insgesamt schlängelten sich so auf ca. 300m Straße mindestens auf jeder Seite 25 Zelte den Berghang empor. Es herrschte ein eigentümliches, aber freudiges Treiben. So tummelten sich neben den meist tibetischen Zeltbesitzern, die meist chinesischen Guides, mit teils chinesischen, teils tibetischen Fahrern, und mehrere Touris, einige aus Japan (das waren die, die auch uns für Fotografierwürdig hielten...) und viele aus Europa (Spanien, Frankreich, Italien) und einige Amerikaner. Am oberen Ende der Strasse gab es einige Pferdewagen mit den dazugehörenden, von der Größe eher an Ponys erinnernden Pferden, die uns als bald zum Richtigen etwa 7km entfernten und nochmals 200m höheren 'Base Camp' bringen sollten. Das Wetter war ein Traum: Sonne und klarer Sicht, da störte der eisige Wind kaum... [Wir waren ja auch schlau und haben für RMB20 einen dicken Armee-Mantel zum Bedecken der Beine gemietet...] Dieser Trip mit den Pferden war witzig [vor allem, weil man sich bei der dünnen Luft vor Erschöpfung kaum bewegen mochte]. Und dann erreichten wir unseren höchsten Punkt der Reise: Das chinesische 'Base Camp'. Dort erklommen wir noch eine kleines Hügelchen und ließen uns von der einmaligen Sicht auf die Nord-Seite des Mt. Everest bezaubern. Ich hatte mir für diesen Augenblick soviel innerlich vorgenommen, an das ich denke wollte... aber es war alles wie weg... aber ein Traum, mein Traum wurde wahr (Danke Mirko... ich liebe Dich!!!).

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Base-Camp, Übernachtung in dem Zelt

Dass das Übernachten im Zelt mit einigen Entbehrungen einhergeht ist klar. Wenn die Außentemperatur weit unter 0C sinkt und ein eisiger Wind an den Zelt-Wänden entlang fegt, dann nützt einem auch ein Schlafsack mit -5C-‚Rating’ nichts mehr (Besten Dank an die Leute von Lauche&Maas, München, die nicht müde werden, allen zu klar zu machen, das die standardisierten Temperatur-Angaben auf Schlafsäcken mit der Realität nichts zu tun haben!). Die Kälte, die von der Zelt-Wand auf meinen Schlafsack fiel war zu viel. Nur durch eine Neu-Positionierung und der Benutzung einer zusätzlichen dicken Daunen-Decke war der Kälte-Schmerz zu beheben. Trotz dieser Kälte bildeten sich im (Titan)-Trinkbecher keine Eis-Kristalle, in den PET-Falschen auf dem Boden fing das Wasser am Morgen jedoch bereits an zu frieren...

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Lhasa-Shigatse-Tingri-Base Camp(CN)-Zhangnu-Katmandu, 3rd Leg

Auf bester Asphalt-Straße ging es in Richtung Süd-Westen. Gerade hatte man sich an das ruhige Reisen gewöhnt, kamen wir wieder einmal an eine Gabel-Kreuzung. Diese war mit einem ‚Blauen Schild’ ähnlich unserer Autobahn Beschilderung, mit dem stilisierten Bild des Everest und 101km ‚bedruckt’. Just von diesem Moment an, bestand die Straße nur nicht aus einer Schotter-Piste. In endlosen Abfolgen von Serpentinen schraubten wir uns Höhen-Meter um Höhen-Meter in die Höhe. Erreichten wir die Spitze eines Hügels, hatte man einen wunderbaren Blick auf die gerade gefahrene Straße, auf der sich jetzt andere SUVs scheinbar unaufhaltsam, wie auf einer Perlenschnur, nach oben bewegten, um sich dann und wann kurz hinter einem ‚Dong Feng’ zu stauen und dann doch in waghalsigen Überhol-Manövern auf der 1,5-spurigen Trasse an den ‚Riesen’ vorbei zu quetschen. Daneben gab es auch einige Wenige SUVs, die bereits vom Base-Camp kamen und jetzt den Berg hinunterfuhren und eine ganz besondere Dynamik in die Aufwärtsbewegung der anderen Fahrzeuge brachten: Auf- und abwärts fahrende Fahrzeuge hielten jeweils unbeirrt aufeinander zu, um im letzten Moment auf Schritt-Geschwindigkeit abzubremsen, sich aneinander vorbei zu drängeln, um dann auf halber höher gleich wieder zu beschleunigen. Ein phantastisches ‚Natur’-Schauspiel. Nach 4 Stunden Schotterpiste fuhren wir am höchst gelegenen Kloster der Welt vorbei und rasten auf die Zelt-Ansammlung am Ende der für ‚Normale’-Touris erlaubten Strecke zu. Dort suchten wir uns ein ‚Haus-Zelt für die Nacht aus, um dann die letzten (angeblich) 10km zum eigentlichen Base-Camp mit dem Pferde-Wagen zurück zu legen. Vom nördlichen Ende des Base-Camps mussten wir dann tatsächlich zu Fuß weiter gehen. Jetzt merkte man richtig, wie dünn die Luft hier wirklich war (5200m): Ein eher als beschaulich anzusehender Hügel in mitten des Base-Camps war, aufgrund der schönen Übersicht, zu erklimmen. Der Ausblick lohnte wirklich (neben ‚Dem Berg’, gab es unzählige 'The NorthFace' ‚Expedition 36’ Zelte, das auch schon unsere Wahl für die Skandinavien-Urlaube war!!!), wir errichteten ‚Unser’ Steinmännchen und machten das obligatorische Foto. Kaum waren wir vom Base-Camp zu unserem Zelt-‚Hotel’ zurückgekehrt, war der gesamte Everest von Wolken verdeckt: man sah nur noch die näher liegenden seitlichen Berge des Massivs. Es war so, als ob jemand einfach eine grau melierte Folie vor den Berg gezogen hätte. Unser Glück, den Berg der Berge, so klar gesehen zu haben, zogen wir uns erst einmal in die Zelt-Hütte zurück. Gegen Abend war der Blick zum Everest dann wieder frei, der berg wurde von rechts (Westen) angeschienen. Die schneebedeckten Flächen leuchteten in der Abendsonne orange bis rosa. Ein unglaublich surreales Bild.

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