Dienstag, Mai 01, 2007

Eine Zugfahrt, die ist lustig (Fortsetzung)

Heute Morgen gegen 07:00Uhr [29.04, zweiter Zug-Tag] bin ich in meiner Koje von der Sonne wach gekitzelt worden. Ein Blick aus dem Fenster offenbarte dann eine ganz andere Welt: Eine schier unglaubliche Weite - Die Tibetische Hochebene - über 4000m hoch gelegen, erstreckt sie sich, in Form einer menschenleeren Steppen-Landschaft bis zum Horizont. Zum Teil waren die Flüsse und die Wasserlöcher noch zugefroren und erst allmählich färbte, die gerade aufgegangene Sonne die ' Mondlandschaft', in einen freundlicheren, in den spiegelnden Eisflächen, güldenen Farbton. Traumhaft, aber leider mit der Kamera nicht festzuhalten [da hätten wir doch die bessere Nikon mitnehmen sollen!] ich lag ja noch in meiner Koje, sorry [blöde Ausrede]. Leider ließ sich der friedliche Gesamteindruck all meiner Sinne nur kurz aufrechterhalten. Stieg mir doch schon der Geruch, der schon wohlbekannten 'Instant-Nudel + Trockenfleischbeilage-Suppe' in die Nase. Ja, man isst die hier zu jeder Tages- und Nachtzeit! So, an meinen nun ebenso erwachten Magen erinnert, begann ich mit der Prozedur des Aufstehens, was gar nicht so leicht fällt, wenn man keinen Platz zum Sitzen hat (noch nicht einmal ich - wie macht Mirko das denn nur in gleicher Koje 12 Wagons weiter hinten? Schade, da wären sicher auch ein paar lustige Fotos drin gewesen [Das ist Körperbeherrschung und blindes Vertrauen in den chinesischen Maschinenbau]). Irgendwie habe ich es dann geschafft und hoffte aufgrund des sich noch in Grenzen haltenden chinesischen Geräuschpegels schneller im Waschbereich zu sein, als die 'Zähne-Putzer'... Leider zu spät. Aber man adaptiert sich ja, so ließ ich mir meinen aufgesparten Müsli-Riegel (Ja, Daniel und Ann-Katrin, Müsli-Riegel) und meine letzte Instant-Kaffee-Ration schmecken. Danach versuchte ich ein paar Fotos aus dem Zug heraus zu machen. Die Landschaft zeigte erneut ein etwas anderes Bild: Nun ließen sich am Horizont immer mehr Schnee bedeckte Bergketten ausmachen. Je nach Zug-Lage und 'Fensterausguckseite' [da guckst Du, was denn das für ein Wort?], mal von der Sonne zum glitzern gebracht und mal in einen leichten Schatten getaucht. Die Steppenlandschaft zeigte jetzt im Permafrost Boden mehr Zerfurchungen und vereinzelt waren auch Nomaden-Zelte, sowie Schaf- und Yak-Herden auszumachen. Je weiter der Tag fortschritt, desto größer wurde der Anteil an Besiedelung der Hochebene (einher gehend mit dem Grad des spärlichen Bewuchses einer Moos-/Gras-Art). So versuchte ich mich erst einmal mit dem 'Yak aus dem Zug heraus Fotografierens'. Nur gut, dass es Digital-Kameras gibt. Sonst wären sicher 2 Filme dabei draufgegangen, ein halbwegs vernünftiges Foto zu erhalten.

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1 Comments:

Blogger joachim said...

Es gibt da ein wunderschönes Rezept für schwaezen Tee mit ranziger Yak-Butter, die nepalesische Einwohnerschaft schwört darauf, für andere scheint es eher ein "aquired taste" zu sein, wir warten auf Berichte. Ansonsten ein sehr schöner Bericht, Reisen kann ja sehr schön sein, wenn nur das Reisen müssen und die anderen Menschen nicht dazugehören würden..und ich freue mich immer meinen Wortschatz erweitern zu können..."Zugfensterausguckseite", Respekt! Wird sofort in den aktiven Wortschatz übernommen, der ist ja mit 200 Wörtern noch ausbaufähig.

8:25 nachm.  

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