Mittwoch, November 14, 2007

Chinesisches Fast-Food

Dim Sum gebratenDas chinesische Essen scheint sich im letzten Jahr gewandelt zu haben. Nicht nur, dass es immer mehr der westlichen Fast-Food Läden (vor allem KFC, McDonalds) gibt, die mittlerweile auch meist bis zum Bersten mit Menschen gefüllt sind, auch der chinesische Schnellimbiss hat sich mehr auf die fettige Seite der Lebensmittelzubereitung geschlagen: Wurden früher die gefüllten Reistaschen (siehe rechts) nur in den hölzernen Dampfgar-Aufsätzen erhitzt und dann mit der jeweiligen Brühe (Huhn, Schwein oder Rind) übergossen, werden die gegarten Taschen jetzt noch einmal auf der planen, eingefetteten Grillplatte angebraten. Auf meine Verwunderung hin kam immerhin die Antwort: ‚Tastes better’. Diese Technik wird von den Schnell-Imbiss Betreibern noch nicht so wirklich beherrscht, so dass einem an allen Ecken der Geruch von angebrannten Fett und Reis entgegenkommt: ‚Smells worse’, bis unerträglich.. Teigtaschen im DampfgarsiebBeim Streifen durch die Kaufhäuser habe ich zahlreiche Dampfgar-Siebe aus Edelstahl gefunden. Das gilt hier als ganz exquisites Material und das schlägt sich im Preis nieder: Die sind teuerer als bei uns! Über die Lochgröße ist man sich einigermaßen einig (4mm), die Zahl und die Anordnung reichen von stumpf recheckig bis zu strahlenförmigen Mustern. In all diese Edelstahl-Siebe soll man kein gelochtes Pergamentpapier legen. Es gibt aber auch Siebe mit 10mm Löchern, durch die z.B. Reis durchfallen würde. Hier werden fast 1cm dicke, geflochtene, wieder verwertbare Reisig(?, jedenfalls nicht Plaste oder Metall)-Matten in die Siebe gelegt, auf die wiederum das Gargut kommt (sieht man bei genauer Betrachtung im Bild am Innenrand des Siebes!). Das Ganze ist dann schon wieder echt chinesisch: Sollen die Edelstahl-Siebe die Reinigung erleichtern (Geschirrspülmaschine (daheim) oder Hobart (Restaurant)) und schick aussehen, hat man durch die Holzmatten wieder ein mit der Zeit eher gammelig aussehendes Teil, dass zur Benutzung am besten wieder mit gelochtem Pergamentpapier bedeckt wird: Gar nichts gewonnen, nur mehr Aufwand. Aber auf den Stil kommt es an…

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Donnerstag, Mai 10, 2007

Irrfahrt durch Shigatse

Kurz bevor wir unserer Tagesziel erreicht hatten griff unserer Guide zum Telefon und schien kurz in ungewohnte Hektik zu verfallen... als wir wissen wollten, was los sei (war ja ganz offensichtlich etwas nicht wie es sein sollte) hieß es nur: ‚Nichts’. Okay, wir merken dann alsbald das Dilemma: Entgegen der etwa fünf Minuten gemachten Mitteilung, dass wir in dem Hotel erst einchecken und dann dort auch essen würden, hielten wir nach einer langsamen Fahrt entlang der Hauptstrasse auch tatsächlich an einem Hotel, in dem unser Guide alsbald verschwand, um uns dann kurze Zeit später auszurichten, dass wir hier dann erstmal essen könnten, aber übernachten würden wir woanders... Naja, wir hatten zwar noch keinen erneuten Hunger und die Unisex-Toilette lud noch nicht mal zum Händewaschen ein, aber es gab wenigstens Dosen-Getränke... was unsere Gedärme etwas beruhigte. Wasser auch vermeintlich abgekochtes NIE anrühren, dass hält kein verwöhnter westlicher Magen aus... dazu nur soviel unsere Reisegepäck wurde um eine Unterhose leichter...[grr, sogar um eine teure, Neue, die noch ganz und gar nicht abgeschrieben war!!!]

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Dienstag, Mai 01, 2007

Eine Zugfahrt, die ist lustig (Fortsetzung)

Heute Morgen gegen 07:00Uhr [29.04, zweiter Zug-Tag] bin ich in meiner Koje von der Sonne wach gekitzelt worden. Ein Blick aus dem Fenster offenbarte dann eine ganz andere Welt: Eine schier unglaubliche Weite - Die Tibetische Hochebene - über 4000m hoch gelegen, erstreckt sie sich, in Form einer menschenleeren Steppen-Landschaft bis zum Horizont. Zum Teil waren die Flüsse und die Wasserlöcher noch zugefroren und erst allmählich färbte, die gerade aufgegangene Sonne die ' Mondlandschaft', in einen freundlicheren, in den spiegelnden Eisflächen, güldenen Farbton. Traumhaft, aber leider mit der Kamera nicht festzuhalten [da hätten wir doch die bessere Nikon mitnehmen sollen!] ich lag ja noch in meiner Koje, sorry [blöde Ausrede]. Leider ließ sich der friedliche Gesamteindruck all meiner Sinne nur kurz aufrechterhalten. Stieg mir doch schon der Geruch, der schon wohlbekannten 'Instant-Nudel + Trockenfleischbeilage-Suppe' in die Nase. Ja, man isst die hier zu jeder Tages- und Nachtzeit! So, an meinen nun ebenso erwachten Magen erinnert, begann ich mit der Prozedur des Aufstehens, was gar nicht so leicht fällt, wenn man keinen Platz zum Sitzen hat (noch nicht einmal ich - wie macht Mirko das denn nur in gleicher Koje 12 Wagons weiter hinten? Schade, da wären sicher auch ein paar lustige Fotos drin gewesen [Das ist Körperbeherrschung und blindes Vertrauen in den chinesischen Maschinenbau]). Irgendwie habe ich es dann geschafft und hoffte aufgrund des sich noch in Grenzen haltenden chinesischen Geräuschpegels schneller im Waschbereich zu sein, als die 'Zähne-Putzer'... Leider zu spät. Aber man adaptiert sich ja, so ließ ich mir meinen aufgesparten Müsli-Riegel (Ja, Daniel und Ann-Katrin, Müsli-Riegel) und meine letzte Instant-Kaffee-Ration schmecken. Danach versuchte ich ein paar Fotos aus dem Zug heraus zu machen. Die Landschaft zeigte erneut ein etwas anderes Bild: Nun ließen sich am Horizont immer mehr Schnee bedeckte Bergketten ausmachen. Je nach Zug-Lage und 'Fensterausguckseite' [da guckst Du, was denn das für ein Wort?], mal von der Sonne zum glitzern gebracht und mal in einen leichten Schatten getaucht. Die Steppenlandschaft zeigte jetzt im Permafrost Boden mehr Zerfurchungen und vereinzelt waren auch Nomaden-Zelte, sowie Schaf- und Yak-Herden auszumachen. Je weiter der Tag fortschritt, desto größer wurde der Anteil an Besiedelung der Hochebene (einher gehend mit dem Grad des spärlichen Bewuchses einer Moos-/Gras-Art). So versuchte ich mich erst einmal mit dem 'Yak aus dem Zug heraus Fotografierens'. Nur gut, dass es Digital-Kameras gibt. Sonst wären sicher 2 Filme dabei draufgegangen, ein halbwegs vernünftiges Foto zu erhalten.

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So wie man es sich vorstellt

Wir waren mal wieder gerade beim Essen (war eine willkommene Abwechslung und gute Methode sich auf halben Wege im Zug zu treffen). Der Speisewagen war relativ voll. An dem Tisch neben uns saßen die freundlichen Polizisten und unterhielten sich bei mitgebrachten Grünen Tee gerade angeregt, als plötzlich eine Frau Parteigenossin [Mitte 50], mit etwas strenger Frisur und mehr Schminke, als sonst so angesagt war, mit ihrem Gefolge erschienen. Kurzer Wortwechsel und schon schossen unsere [Bahn-]Polizisten wie von der Tarantel gestochen aus ihren Sitzen und räumten das Feld. Danach wurde neben dem Bestellten, auch sogleich eine Flasche Schnaps spendiert. In einem Film hätte man das Klischee wohl nicht besser bedienen können.

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Freitag, April 27, 2007

Essen gehen auf Chinesisch.

Nachdem wir seit unserer Ankunft nix warmes mehr gegessen haben (außer mit heißem Wasser aufzugießende Chinesische Instant-Nudeln), entschlossen ‚wir’ uns zu einem Besuch in einem chinesischen Restaurant (da Mirko nicht wirklich eine Meinung dazu hatte, bedurfte es einen kleinen Motivationstrick meinerseits: Restaurant mit den Tischgrillplätzen und Tischabzugsvorrichtungen (so was freut das kleine Ingenieurs-Herz und den Küchen-Freak)). Nachdem man uns einen Tisch zugewiesen hatte, reichte man uns neben der bebildernden Karte und den Essstäbchen auch ein kleines Lätzchen, was sich im Verlaufe durchaus als Kleider-Schonend herausstellen sollte (gab es aber auch für die nicht Barbaren). Neben den zu grillenden Köstlichkeiten, auf fischiges und Chicken verzichteten wir lieber, orderten wir voller Begeisterung je einen Salat (ist hier nämlich echt rar und so was wie Salat an der Gemüsetheke im Supermarkt gibt es nicht). Öhm, vielleicht hätte ich erstmal nachdenken sollen, aber das tat ich natürlich nicht. So voller Begeisterung wie ich war. Mit dem Resultat, dass ich mich während des gesamten Essen damit beschäftigte, mit den Stäbchen die Erbsen, Maiskörner und kleine Karottenstückchen aufzupicken... Ich kam mir schon vor wie ein Huhn: Körnchen für Körnchen, nur sind die koordinativ sicher geschickter und deutlich schneller. Also merke: Nie nicht verklumpendes Kleinod bestellen, wenn man nicht 100% Stäbchen sicher ist!

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Mittwoch, April 25, 2007

Wir Memmen

So ziemlich genau 48h haben wir es ausgehalten...doch dann gaben wir unseren knurrenden Mägen nach und machten uns auf den Weg zum französischen Supermarkt ‚Carrefour’ (Zhongshan Park). Da waren auch der Massenandrang in der Metro (Linie 1) und das Umsteigen in die ehemalige Straßen-Bahn (Linie 3) kein Hürde mehr, hatten doch schon längst unsere Gelüste auf ‚westliches’ Essen die Kontrolle über unser limbisches System und den motorische Cortex übernommen... Also rein ins kulinarische Vergnügen... nur gut das uns unsere beschränkte Tragekapazität erst einmal vor größeren Hamsterkäufen bewarte. So bescheidenen wir uns mit frischem Baguette, leckerem Käse und Salami, so dass die Essstäbchen erstmal Ruhepause hatten. He, wir können es uns doch auch nicht erlauben schon vor dem eigentlich entbehrungsreichen Teil der Reise zu schwächeln... oder sind wir doch einfach nur Memmen???

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