Montag, April 23, 2007

Face it !!! Oder der Wandel der Perspektive.

Für unsere weitere Mobilität erwarb ich gestern (immer noch traumatisiert von der Taxifahrt), mit Hilfe einer dem Englischen mächtigen Chinesin, eine wieder aufladbare Metro-Karte, so dass unserem Erkundungsrang auch das schlechte Wetter nichts anhaben konnte. Silke auf dem Bahnhof Diese Art der Fortbewegung sollte im Weiteren jedoch zu einer ganz ‚eigenen’ Erfahrung werden. Da es Sonntag war, schien erst einmal die Gefahr eines Massenandrangs, der dem Ungeübten das rechtzeitige Ein- und Aussteigen erschwert, gering zu sein. So war denn auch die erste Fahrt relativ entspannt. (Vergleichbar mit Hamburg, Paris, London, Moskau oder Chicago während der Rush-Hour [Protzer]). Als der Regen kein Ende nahm schienen jedoch immer mehr Menschen besser Menschen-Massen den Vorteil der Metro-Beförderung in Anspruch nehmen zu wollen. Und dann plötzlich dieses Gefühl irgendetwas war hier anders... nur was? Dann die Erkenntnis: Ich befand mich plötzlich in einer Menschenmenge eingepfercht mit lauter Leuten auf Augenhöhe -Angesicht zu Angesicht-!!! HILFE! Bin ich es doch sonst gewohnt mit geschickten kleineren Durchschlängel- und Duckmanövern auch bei größeren Menschenansammlungen rasch voran zu kommen, sah ich mich nun einer chinesischen Armada gleicher Körperdimensionen gegenüber...Was nun? Schnell also ein Taktik-Wechsel und obwohl hoffentlich sonst nicht permanent hinter Mirko hinterher laufend setzte ich ihn bereitwillig als Wegbahner ein. Ob er das wohl gemerkt hat? [Er hat.] Auf alle Fälle gelang uns so ein problemloses und trotz allem deutlich entspannteres Vorankommen als mit dem Taxi und außerdem gab viel zu bestaunen.

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Sind die denn hier alle aus Zucker?

Gestern hat es geregnet. Nicht wirklich heftig, aber konstant den ganzen Tag. Wie aus dem Nichts entsprossen zahllose Regenschirmverkäufer aus dem Boden: Da stellt der hiesige Kleinunternehmer dann mal sein Sortiment von Zigaretten und DVDs auf Regenschirme um. Jeder, der schon einmal die Rücksichtslosigkeit der Chinesen im Umgang mit ihres gleichen erlebt hat, kann sich vorstellen, was für ein gegenseitiges ‚Beharken’ es mit den Regenschirmspitzen war, als alle (bis auf die beiden Langnasen mit Ihren ‚Multi’-Funktions-Jacken) diese zusätzliche Waffen in der Hand hatten. Regenschirm EintütenNoch interessanter waren die Rituale an den Eingängen der Läden: Im Laden braucht man den Schirm natürlich nicht, also faltet man ihn brav vor dem Laden zusammen. Da man dann aber im Laden eine Wasser-Spur hinter sich ziehen würde, stellen die Geschäfte Angestellte zum ‚Eintüten’ der Schirme in Plastik-Hüllen bereit: Lange Hüllen für die konventionellen Schirme, halblange Hüllen für die mechanischen Meister-Werke a la Knirps. Natürlich fanden sich die Plastikhüllen später draußen überall auf dem Boden wieder. Welche Hochkultur...Nanjing Road im RegenAber es gibt auch sehr positives: Durch de Regen war die Luft sehr klar und die Neon-Reklamen spiegelten sich im Regen, wunderbar, es wirkte fast wie eine Idylle. Durch das Ganz-Metall-Stativ konnte ich diese Stimmung auch bei Dunkelheit einfangen. Ein Dank an die Empfehlung von ‚Frank’ vom Industrie Photo Service (IPS), Hamburg, der mir dieses extrem schwere und sündhaft teure Stativ ‚aufschwatze’, nachdem ich ihm von der Pleite des Plastik-Stativs (von Pearl) erzählte.

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