Samstag, Mai 12, 2007

Katmandu-Lhasa-Chengdu-Shanghai, Rückflug

Damit keiner denkt, ein Rückflug von Kathmandu nach Shanghai sei eine einfache Sache, hier erst einmal die geraffte Fassung: Morgens Abflug vom ‚Kathmandu International’, einem Flughafen, der Größe von ‚Braunschweig International’... (Dafür waren die Gepäckkontrollen super genau: Nach der Durchleuchtung des Handgepäcks wurde alles von Sicherheits-Personal noch einmal ausgepackt und begutachtet. Das bereits aufgegebene Gepäck wurde neben dem Flugzeug auf dem Beton platziert und man musste seine Gepäckstücke identifizieren, damit diese dann auch in das Flugzeug gepackt werden. Eine Maßnahme, die nicht gerade das Gefühl für die Sicherheit stärkt! Normal ist das sicher nicht!!!). Dann Zwischenlandung in Lhasa mit sehr schöner Panorama-Sicht auf die Stadt und anschließender Einreise-Kontrolle für die Passagiere. Erneuter ‚Security-Check’ vor dem Einchecken und ab geht es nach Chengdu. Dort musste das Gepäck in Empfang genommen werden und die Zoll-Kontrolle absolviert werden. Dann 4h auf den Flieger nach Shanghai warten (welches sch**ß Reisebüro hat eigentlich diese Verbindungen gebucht?!? (Hallo ‚Tibet Travel Expert’, ihr seid gemeint!)). Dann ab in den Flieger und 1h auf dem Rollfeld warten, da es ja zu regnen angefangen hat (dort regnet es jeden Tag, deshalb ist es dort ja auch so grün!!) und man bei sooo einem Regen nicht starten mochte. Immerhin haben die ‚Saftschubsen’ (die waren wirklich unglaublich unfreundlich und verdienen diese Beschimpfung) schon während des Wartens auf dem Rollfeld mit der 'Essens-Ausgabe angefangen. Als wir dann endlich gestartet sind, hatten alle ihr Essen, aber nur die Hälfte ihr Trinken. Ein schönes Durcheinander, aber mal ganz schön, so mit vollem Mund und kauend zu starten. Immerhin mussten wir, natürlich zu unserer eigenen Sicherheit, die Tabletts während des Starts hochklappen!?! Wir produzieren Sicherheit... Angekommen in ‚Pudong International’ sind wir dann um halb 2, da fuhr dann auch keine Maglev mehr (zum Glück). Mit dem stink normalen 'Santana-Taxi' sind wir dann zu dem ‚Hotel’ vom Anfang der Reise gefahren. Dort erwartete man uns schon(!), hatte man uns doch nach den guten Erfahrungen vom letzten Mal, diesmal ein Appartement im höchsten (25ten, allerdings: Erdgeschoß ist Nr. 1, keine 4te und 14te Etage) Stockwerk reserviert. Und wirklich, das ist purer Luxus: Flauschig weicher Teppich, mittels Panorama-Glasscheibe getrennte Schlaf- und Wohnzimmer (Fernsehgucken vom Bett aus möglich!) etc. Und das Internet funktionierte auch so wie man es als verwöhnter DSL-Nutzer gewohnt ist. Wie gesagt, purer Luxus, um kurz vor 04:00Uhr, nachdem ich die Nachrichten der letzten Tage aufgearbeitet (und ein paar Berichte gepostet) hatte, bin ich dann auch ins Bett gekommen...

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Donnerstag, Mai 10, 2007

Barkor-Street

Hätte mir jemand vorher gesagt, dass man sich in Tibet mittlerweile so auf die Touristen eingestellt hat, ich hätte es wohl nicht geglaubt oder vielleicht eher nicht glauben wollen. Aber zu verdenken ist es wohl niemanden dort, dass er sein Einkommen in der 'Touri-Branche' sucht. So findet man in der Barkor-Street, einer Art Ring-Strasse (quasi Fußgängerzone, auch keine Rikschas erlaubt) um den Jokhang herum, alles was der Tibeter denkt, was ein Touri vielleicht so haben möchte. So muss man sich wirklich 1000sende von kleinen Verkaufs-Ständen und 'Einzelhändler' vorstellen, die jedoch alle auf die gleiche Ware setzen...meist religiöse Gegenstände oder auch sehr beliebt Hüte, Mützen und sonstige Kopfbedeckungen in allen erdenklichen und nicht erdenklichen Farben. Auch 'West-T-Shirts' mit unglaublich hässlichen Motiven und Aufdrucken, gerne auch Militär-Look sind hoch angesagt... diese allerdings mehr unter den Einheimischen. Am morgen wird vor den Tempeln und religiösen Stätten in riesigen Steinernen Öfen frische Kräuter zur Reinigung (von was auch immer) verbrannt... Mit dem Resultat, dass man vor dem Jokhang erst einmal durchgeräuchert wird und wir allesamt neben unserer höhenbedingten Atemnot noch mit zusätzlichem O2-Entzug zu kämpfen hatten (man sah tatsächlich nicht weiter als 10m). Später wird im Übrigen die Glut von den Pilgern genutzt um darin Ihren Wasserkessel zu erwärmen. An die Barkor-Street schließen sich unüberschaubar viele kleine Gässchen an, in den ein munterer Markhandel herrscht. Hier kriegt man alles von Töpfen, getrockneten Fischen, oder halbverwestem Fleisch, über mehr oder weniger frisches Obst, Fahrzeug-Zubehör oder Elektronikware von vor 20Jahren, bis hin zu Yak-Butter und Tees, Toiletten-Papier und zahnärztliche (oder besser 'Ersatz-zahnärztliche') Versorgung. Alles was zum alltäglichen Leben der Stadt-Tibeter gehört und doch oft nicht richtig für Sie erschwinglich ist. Aber gerade am Abend, wenn die Sonne so tief steht, dass sie sich in allem metallischen reflektiert, hat dieses Treiben einen fast schönen, anmutigen Scharm (mal alle Geräusche und Gerüche außen vor) und man kommt sich aufgrund der unendlichen Flut von Sinneseindrücken in eine fast abgehobene Euphorie versetzt vor.

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Lhasa-Shigatse-Tingri-Base Camp (CN)-Zhangnu-Kathmandu, 1st Leg

Wir sind extra früh losgefahren, da eine 400km lange Etappe vor uns liegen sollte. Ich hielt dieses 08:00Uhr losfahren für übertrieben. Wenigstens waren die beiden Toyota Land Cruiser (leider ohne Klimaanlage, sondern mit Klima-Anlage: Fenster runterkurbeln, wenn vor einem kein Staub aufgewirbelt worden ist...) pünktlich. Die Prachtstrasse in Lhasa, absolut ebene, betonierte, in jede Richtung 3-spurige Fahrbahn, mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 40km/h, war das Musterbeispiel des sinnlosen SUV Einsatzes. Nach 10km ging es links ab, auf eine Überland-Straße: Asphaltiert und gerade so breit, dass 2 LKW aneinander vorbei kommen. Normaler Weise sind die Ränder dieser Strassen jedoch mit Fußgängern, auf irgendetwas wartende Menschen oder Getier jedweder Art belegt. Das Hupen eines Fahrzeuges, das mein, der Platz reiche nicht, scheucht diese (Fahrbahn-)Rand-Bevölkerung kurz auf, damit das Hindernis vorbei kann, um dann wieder die alte Pose einzunehmen. Mittels Chronometer (wiegt jedenfalls soviel, wie das Wort lang ist) konnte ich unsere mittlere Reise-Geschwindigkeit zu 68km/h bestimmen: 400km schienen also kein Problem. Die fingen nach dem Mittag bei Kilometer 98 an, als ich meine Geschwindigkeits-Messung aufgrund des fehlenden Kilometer-Steins 99 nicht abschließen konnte (zwischen Dagar und Gondar): Stattdessen fuhren wir auf eine Y-Kreuzung zu, deren beide Arme aus Schotter- (links) bzw. Sand- (rechts) Piste bestanden. Wir fuhren rechts. Die Sand-Oberfläche war auf eine Art (Bahn-)Damm aufgeschüttet. Einzelne, auch für aufgebockte Full-Size SUVs noch gefährlich große und scharfkantige, polygone Steine, alle 20m markierten die Fahrspuren. Nach kurzer Fahrt auf dieser Piste kam die Einsicht, dass wir in einer Baustelle fahren. Nun ist der Straßenbau in Gebirgsregionen ein anderer, als in der Nord-Deutschen Tiefebene: Bei der Planung muss auf eine ausreichende Entwässerung geachtet werden. Alle 100m fanden sich, quer zur Fahrbahn verlaufende Beton-Rohre mit ca. 80cm Innen-Durchmesser. Diese Rohre, mit Ihren später einmal bündig mit der Teer-Oberfläche abschließenden, quadratischen Stirnflächen, lagen natürlich schon in ihrer endgültigen Position! Es war wie eine Berg-und-Tal-Fahrt: Alle 100m 30cm hinauf, um dann 1,2m später wieder 30cm hinab zu stolpern. Rampen gab es immer nur für eine Fahrspur, d.h. bei Gegenverkehr muss sich die 'Chinesische Ego Seele' koordinieren. Nach ein paar Kilometern kam der erste Bautrupp: Die V-förmigen (gleichseitig, Seitenlänge 1m!), immer einseitig parallel zur Fahrbahn verlaufende, Wasser-Rinne wurde mittels der schon von Fahrbahnteiler bekannten Steinen gemauert. Dann gab es, in für uns nicht ersichtlicher Regelmäßigkeit, auf einer Fahrspur mal einen Sand-, dann einen Kies- und/oder Stein-Haufen. Ein paar mehr Kilometer weiter, gab es einen weiteren Bautrupp, der mittels aus den bereits bekannten Steinen, Stein-Wände mauerte, um die oben gelegenen Fels-Wände zu stabilisieren... Die Durchfahrt durch eine solche, jeweils einige 100m lange Baustelle, muss man sich so vorstellen, als ob man quer-feld-ein durch eine 'deutsche' Haus-Baustelle läuft: Überall liegt etwas rum, muss noch eben kurz weg geräumt werden, muss sich jemand (meist widerwillig) weg bewegen. Besonders spannend wird das alles bei Gegenverkehr, insbesondere wenn der 'Gegner' ein 'Dong Feng' (hiesige LKW Marke) ist. Auf den Baustellen selbst ist Handarbeit noch richtig angesagt: Der Sand wird mittels Schaufeln auf aufgestellten Sieben nach Größe getrennt; der Mörtel wird ähnlich der Nudel-Teig Mischung, in runden, 1m durchmessenden Sand-/Zement-Wällen mit zentraler 'Wasser-Füllung' verrührt, der fertige Mörtel wird mittels Hand-Wagen/-Karen, wie sie bei uns vor 30 Jahren bei Hobby-Gärtnern sehr beliebt waren, weiter verteilt (Achse über dem Schwerpunkt der gefüllten Karre, also keine zusätzliche Hebekraft zum Fortbewegen nötig); die Steine werden mittels Holzgestell auf dem Rücken, von den Haufen zur Endposition gebracht (hierbei wuchten 2-3 ArbeiterInnen(!!), den jeweiligen Stein, auf den, nach vorne gebeugten Träger mit dem 'Holz-Rucksack'). Jede Baustelle hat einen Kompressor, der so aussah, als hätte man 2 Gasflaschen genommen, sie parallel zusammen unter einen (1930) handelsüblichen Motorrad-Motor geschweißt... Und nicht vergessen, die Entwässerungs-Rohre liegen noch immer 30cm oberhalb der jetzigen Fahrbahn-Oberfläche... Richtig spannend wurde es dann, als die 'Neue Strasse' gesperrt war: Dann ging es, nach einer 180Grad Kurve, in einer (knapp einspurigen) Behelfs-Behelfs-Strasse den Berg hinunter, bis sich so etwas wie ein Fluss-Tal fand, durch das wir werbegerecht, ungebremst durchfuhren. Keine Umleitungs-Schilder, man folgt einfach den Spuren im Schotter. Das waren dann die Stellen, an denen man mit einem Mini-Bus endgültig stecken geblieben wäre. Vereinzelt fanden sich auch Spuren von Bergungsaktionen... Nach gefühlten 200km [und nach Karte genau 199km] war die Baustelle dann zu Ende (und ich auch). Die restlichen Kilometer zwischen Gzantse und Shigatse verliefen dann wieder völlig unspektakulär auf einer asphaltierten Nebenstrecke (siehe oben).

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Donnerstag, Mai 03, 2007

Der Potala das Nationalsymbol Tibets

Der Potala ist der Winterpalast des Dalai Lama. Und einfach nur BEEINDRUCKEND. Der Palast wird unterteil in den 'weißen' und 'roten' Palast (im letzteren sind die Gemächer aller Dalai Lama Reinkarnationen ab dem 6. (der 5. ließ das ganze zwar erbauen, starb aber vor Vollendung des 'roten' Palastes. Auch der jetzige Dalai Lama verbrachte hier seine Jugend bis 1959!!! (Mehr schreib ich mal lieber erst in Old Germany dazu, nicht das wir hier nicht mehr reinkommen). Hier gab es dann erneute einen Tempelraum nach dem anderen und ein Buddha nach dem anderen zu begucken oder besser gesagt: einen kurzen Blick darauf zu erhaschen. Aber das machte uns nicht so viel...die Buddhas kannten wir ja schon (und ob einer nun 7, 11, oder noch mehr Augen hatte konnte man in der Schnelle eh nicht nachvollziehen. Die Gemächer und die Sarkophage der Dalai Lama waren beeindruckend prunkvoll. Der vom Erbauer (also Nummer 5) wurde aus über 3,7 Tonnen Gold (so wie ein Guide einer anderen Gruppe uns im nach hinein berichtete aus Tibet selbst stammend - angeblich gibt/gab es reichlich Metalle (u.a. auch Silber- und Goldminen)) hergestellt und war 17 Meter hoch. Skurril war noch, dass wir diesen riesigen Palast in nur einer Stunde auch streifen müssen, mehr hat man nicht...(zumindest als Langnasengruppe). Um die Dimensionen etwas zu verdeutlichen, einige Fakten: 130.000m2 Fläche, 999 Räume auf 13 Stockwerken (Höhe 110m, Länge 360m und 5m dicke Mauern). Der Potala ist wirklich einzigartig und architektonisch einfach unglaublich und an den Berg förmlich angeschmiegt. Ein sehr würdiges Nationalsymbol und mit Recht mit viel Stolz und Ehrerbietung von den Tibetern betrachtet.

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Toilettengeschichten (letzter Teil, hoffentlich)

In einem der gestrigen Tempel gab es, trotz unglaublichen Besucher-Andrangs (20 min. Warten bis Einlass) genau eine Toilette. Und die war im 2ten Stock, der zum Grossteil gleichzeitig Dach bzw. Dachterrasse (natürlich ohne Geländer) war, versteckt. Ein Eingang, dahinter 3 Türen bzw. mit Teppichen, Tür-ähnlich verhängte Wand-Durchbrüche: Eine Werkstatt, eine Abstellkammer und einen ca. 4m2 großen Toilettenraum ohne irgendwelche Trennwände etc.: 3 Löcher im Boden und 3 Urinale, kein Wasser, kein Klopapier: Die Unisex Toilette aus einem Albtraum... Ich war so entsetzt, dass ich erst beim Überspielen der Bilder gemerkt habe, dass ich das Fotografieren vergessen habe.

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Das Tibet Museum

Es liegt auf der Hand, dass es einfach bescheuert ist, in der 'Autonomen Region Tibet' in ein von den Chinesen gebautes, finanziertes und betriebenes Museum über Tibet zu gehen. Aber wir waren ja gewarnt und laut Führer sollte die Flora und Fauna Abteilung im 3ten Obergeschoss hervorragend sein. Es gab dort dann auch einige (mangelhaft) ausgestopfte Viecher, sowie eine Wandtafel mit getrockneten, Tesa-Film fixierten Fauna Beispielen. Leider war dies, im Gegensatz zum gesamten anderen Museum nur in Chinesisch beschriftet und somit für uns völlig wertlos. Neben einer ebenso unbrauchbaren Geschichte Tibets, gab es dann aber auch noch ein Modell eines Bootes: Ein mit Yak(?)-Häuten bespanntes Holzgerüst (Heutzutage würde man das wohl als Space-Frame Technologie bezeichnen). In einer kleinen Ecke gab es dann noch so etwas wie die Kulturgeschichte des Dampfgaren: Dampfgarer und Dampfgar-Einsätze aus Ton, Messing, Eisen, etc. Leider nicht immer ganz korrekt zusammengesetzt... (Die Bodenwölbung eines Toneinsatzes zeigte z.B. nach oben!) Echte Liebhaber für Details... Daneben gab es noch zahlreiche Siegel (aus Messing, Ton, Holz) und Masken, sowie einige funktionslose Musikinstrumente. Als Skurrile Randnote sei noch angemerkt, dass der 14te Dalai Lama konsequent als Reinkarnation des 13ten beschrieben wird. Zeitlich gesehen, lebten Beide, zumindest für ein paar Jahre, in demselben Gemäuer: Reinkarnation vor dem Tod, ein interessanter Ansatz!

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Warten auf Kontak

Die uns versprochene Kontaktierung mit unserem Guide stand am 3ten Tage unseres Lhasa Aufenthaltes immer noch an. Am Vormittag fand sich dann die Versprochene SMS mit Telefonnummer, die uns Steven versprochen hatte auf Mirkos Handy. Leider wusste derjenige, um dessen Telefonnummer es sich handelte, von gar nix (immerhin sprach er 'broken english'), und konnte im Weiteren auch nicht weiter helfen. Also starteten wir erst einmal in den Tag... vor zwei Wochen hätte mich das vielleicht noch aufgeregt, aber anscheinend färbt eine gewisse spirituelle Gelassenheit auf mich ab (OHM!!! [hoffentlich hält das einwenig an!!!]). Nachdem wir bis um 18:00 Uhr zwar vier Mal von der gleichen Nummer (wie das Handy anzeigte) kontaktiert worden sind, gab sich der Inhaber dieser Telefonnummer jedoch auch wieder völlig ahnungslos und legte auf. Da war meine Geduld dann doch etwas strapaziert (ich bin halt noch am Anfang meiner Ruhig-Werdung (grins)), aber Mirko meinte vor 20:00Uhr ruft er nicht in Shanghai bei Steven an... und siehe da kaum sprach er seine gelassenen Worte schrillte das Zimmertelefon und man ließ uns ausrichten, dass wir uns um 19:00Uhr im Hotel-Restaurant zum chinesischen Dinner einfinden sollten. (Okay, das Dinner nahmen wir dann auch noch in Kauf - lecker 'Schweine-Füße', 'Hühner-Beine' und vieles von dem wir erst gar nicht so genau wissen wollten was es ist.) Wie sich herausstellte sind wir insgesamt 7. Eine nette Amerikanerin, die in Shanghai lebt und [bei GM] arbeitet und eine australische Familie, welche zurzeit ebenfalls in Shanghai lebt. Diese setzt sich aus Vater (arbeitet ebenfalls bei GM), Mutter und zwei Kids zusammen. Der Junge ist geschätzte 8 oder 9, das Mädel, denk ich mal so dreizehn...aber beide ganz unproblematisch. Unser Guide ist weiblich und chinesischer Abstammung und noch ziemlich jung (geschätzte 23) [spricht ein erbärmliches Englisch und hat von dem, was sie uns zeigen will einfach gar keine Ahnung]. Morgen geht’s dann mit dem offiziellen geführten Programm los... schauen wir mal.

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Mittwoch, Mai 02, 2007

Die moderne Opium-Hoelle, ein Vergleich

Leider hat unser Hotel in Lhasa keinen Internet-Zugang. Aber der Portier wusste bei dem Schlagwort 'Internet' sofort worum es ging und sagte 'I show you'. Er rannte in riesen Schritten auf die Strasse in Richtung Westen. Nach ca. 100m, vor einem nicht wirklich kenntlich gemachten Eingang, sagte er nur 'here, here'. Meiner Skepsis in einen dunklen, unbeleuchteten Hauseingang zu gehen, der nach 5m nach rechts abbiegt (und wie sich dann später herausstellte in einer Holz-Treppe in den ersten Stock endet, die unter meinem Gewicht nachgab, als habe sie der Erste Dalai Lama noch selbst erbaut) rannte er in das Haus und vor einen 'Tresen' im ersten Stock. Ein paar 'qjwr hjqgrui aqfrh' später hatte ich für RMB5 90min. Internet-Zugang, an einem der ca. 60 Rechnern, in einem fast quadratischen Raum. Darin, wie hypnotisiert, eine Horde pubertierender Chinesen, die größten Teils 'Counter Strike' spielen. Damit dass richtig 'Feeling' aufkommt, sind die Fenster verdunkelt. Mit Kopfhörer von der Wirklichkeit abgeschirmt werden eigentlich kontinuierlich Befehle und Kommentare an die Mitspieler abgegeben; dies ist natürlich zusätzlich zur im Spiel eingebauten 'Chat-Funktion'. Was ich noch vergaß: China ist ja das Land der Raucher, die Luft ist hier zum Schneiden, aber man kann doch noch (gerade) einmal durch den Raum gucken. Für die Vielzahl der Rechner und die Intensität der Nutzung funktioniert die Infrastruktur hier recht vernünftig.

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Auf Irrwegen

Am ersten Tag, erstanden wir als erste Aktion in der Hotel-Lobby eine Karte von Lasa auf englisch... wie schon erwaehnt waren da einige Denkdefiziete aufgrund der Hoehe, sonst waeren wir vielleicht schneller drauf gekommen, dass es wenig sinnig ist eine nur eine Karte auf englisch zu haben, wenn die (wenn ueberhaupt vorhandenen Strassenschilder) auf chinesisch und tibetisch sind. Nur die grossen Strassen sind auch in Englisch ausgeschildert. Wen wundert es da, dass ich auch noch die Karte falsch im Bezug auf die Lage unseres Hotel ausrichtete (West wurde zu Ost und Nord zu Sued). Zu meiner Entschuldigung ich war nie bei den Pfadfindern und warum sollte ich mich denn an der Sonne orientieren... ich hatte doch eine Karte. So suchten wir den Jokhang an komplet falscher Stelle... und treten wieder um. Nachdem Mirko sich dann zurueckgezogen hatte, zog ich erneut los: Meinen Fehler mit Ost und West hatte ich schon bemerkt, nach einem weiteren 30min. Fussmarsch, immerhin durch einen netten Park und kleinere Tempelanlagen gelang ich an den Tibet-Fluss und dass war definitiv nicht so von mir erwartet worden. Von der Bruecke ueber den Fluss hatte ich dann einen Ueberblick ueber die hoeher gelegenen Stadtteile und konnte den Pottala (wie sollte man (das Wahrzeichen Tibet auch uebersehen) hoch ueber der Stadt ragen sehen. Anhand dessen war die Orientierung auf der Karte dann easy going und ich machte mich erneute 30min. auf den Rueckweg, um dann genau die gleiche Zeit nochmals in die genaue Gegerichtung zu laufen. Aber diesmal war ich richtig. Und hatte schon einige Entdeckungen und Fotos gemacht. Den Jokhang bestaunte ich aber erstmal nur von aussen und liess mich von den Ritualen der glaeubigen Tibetern fesseln. Es war ein unglaubliches Gewussel und ein enormer Andrang um die Tempelanlage herum. Gepaart mit vielen Verkaufstaenden mit allem Moeglichen: von gebetsmuehlen, Seidentuechern, Moenchgewaenden, Stoffe, Bilder von verschiedenen Statuen und lamistischen Buddabilder, Schmuck und Huete (besonders beliebt: Western Style (die tragen dann auch die glaeubigen tibetischen Omis und Opis mit voller Stolz und Wuerde)).

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Dienstag, Mai 01, 2007

Adaptation an die Hoehe oder wie unterschiedlich unsere Taktiken sind.

Schon im Zug klagte Mirko ueber Beschwerden, so dass ich Ihm heldenhaft die letzte Nasenbrille zur externen Sauerstoff Zufuhr vom Schaffner [das war der Bord-Arzt] organisierte. Danach ging es ihm dann wieder besser. Am Ankunfts-Abend und dem ersten Tag merkte ich auch einige Symptome: Kopfschmerzen, und etwas Konzemtrationsstoerungen und leichte Kurzatmigkeit. Viel mehr machte mir aber in der ersten Nacht noch zu schaffen, dass sich meine Otholiten noch immer im Zug waehnten und somit mein Hirn der Meinung war weiterhin Zug zu fahren und ich nur noch denken konnte: HILFE, hoert denn diese Fahrt nie mehr auf!!! Aber am folgenden Vormittag waren meine Bogengaenge wieder auf Reihe - und ich erleichtert. Morgens nach einem, im uebrigen gar nicht so schlechten Fruehstueck im Hotel, ging es erstmal wieder ins Zimmer, wo wir uns dann erneut hinhauen mussten... ich kam mir vor wie 100. Nach dem Ruhen und viel trinken starteten wir unsere Erkundungstour... Mirko war jedoch nachdem wir wieder am Hotel vorbeikamen, flux wieder ins Bettchen gehuscht. Schliesslich musste er ja seine These untermauern nur mit genug Ausruhen und Ganz-Langsam-Angehenlassen wuerde man sich gut akklimatisieren koennen... So zog ich dann erstmal fuer 3h alleine los... okay abends war ich erneut etwas atemnoetig und brauchte erstmal 1g Paracetamol [Du warst fix und fertig!], aber seither hab ich keine Probleme mehr. Mirko musste heute erneut einen Fast-Ruhetag nehmen, zu seiner (mir scheint ihm gar nicht so unwillkommene) Entschuldigung muss gesagt werden, dass Ihn ein fieser viraler Luftwegsinfekt mit viel schnief befallen hat. So weiss ich nicht , ob er wegen der Hoehe oder wegen des Schniefes schaubt wie eine alte Dampflok... aber er haelt sich echt Tapfer- Ein warer Held (das war nicht ironisch).

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L(h)asa:Eine Ankunft wie wir sie uns nicht vorstellten

Uff... Nie wieder Zugfahren... (da wir vermutlich zu schnell (hahaha) waren, blieb der Zug zu meiner Verzueckung ca. 2km vorm Endbahnhof in Lhasa stehen. Damit man, den offiziellen staatlich Zeitplan ja nicht durcheinander bringt, warteten wir halt gut eine dreiviertel Stunde an einer Rangierstelle... great). Aber dann war es endlich geschafft und wir betraten den Boden, der ehemals 'Verbotenen Stadt'. (Obwohl der Bahnhof liegt soweit ausserhalb, dass da damals vermutlich nur Brachland war.) Nach dem obligatorischen Ankunftsfoto vor dem Zug, ging es erstmal ans Schilder lesen, die die 'Guides' vornehmlich in chinesisch hoch hielten. Man hatte uns ja zu gesichert, dass wir erwartet werden. Aber es war kein 'Guide' mit entsprechendem Schild zu sehen (oder wir erkannten es nur nicht als solches). Kurze Unentschlossenheit setzte ein. Dann erspaehten wir jedoch eine Gruppe, die wir, sowohl aus dem Travel Expert Office, als auch aus dem Zug kannten. Diese hatten zwar etwas anderes als wir gebucht, allerdings wurden sie, mit einem Minivan abgeholt. (Was haben die, was wir nicht haben, grummel?). Der Minivan, war leider wirklich zu mini, aber wir erhielten von deren Guide einige Infos, die unser weiteres Vorankommen erleichterten (unter anderen, dass die Fahrt bis zu unserem Hotel maximal 30 Jyan kosten sollte). Also wir erstmal ein Taxi gesucht. Der Fahrer brachte uns (an einem Unfall mit Taxi und Minivan-Taxi vorbeifahrend heile zu unserem Hotel...ignorierte aber Mirkos Hinweis am Anfang das der Taxomat auf 80 stand voellig. Am Hotel angekommen, zeigte er dann 105 an, so dass wir auch bereit gewesen waeren 40 zu zahlen, aber keine 105...NEVER. Also erbrannte an der Rezeption, die natuerlich auch nicht so recht ueber unsere Buchung bescheid wussten (aber das stoerte uns schon gar nicht mehr so), parallel zur Klaerung der Reservierung ein Streit ueber die Fahrtkosten. Mit den bescheidenen Englischkenntnissen der Empfangsdame und des sehr netten und hilfsbereiten Portier, der dann einen jungen Police-Officer hinzuzog, einigten wir uns auf 50Jyan...Mit dem Zimmer fuer vier Naechte klappe es dann nach einer weiteren halben Stunde und einiger Telefonate die wir nicht verstehen konnten dann auch...

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Montag, April 30, 2007

Lasa (ja, hier ohne 'h'), wir sind da

Wir haben die Zugfahrt überstanden und Ihr seht wir sind, in einem Internet-Cafe mit englischer Tastertur und sonst nur Chinesischer Tastertur-Unterstützung. In dem Laden gibt es keinen Cafe, dafür zahllose pubertierende Jungen beim Half-Life spielen.

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Freitag, April 27, 2007

Was lange währt...

Ich glaub es noch gar nicht, wir haben Sie (unsere Shanghai-Lhasa Zugtickets und auch die [meisten] anderen Unterlagen [dafür wissen wir immer noch nicht den Namen des Hotels in Lhasa...]) im Vierten Anlauf, natürlich mit erneut 30 min. Wartezeit, aber dann gab es die heiß ersehnten Tickets (dabei sehen sie so unscheinbar aus 8x5cm und in Rosa). Ohne einen kleinen Haken geht es dann jedoch wieder nicht. Das meint: Unsere ‚Hard-Sleeper-Plätze’ befinden sich nicht nur in verschiedenen Abteilen, sondern auch in verschiedenen Wagons, einer ist in Wagen 6 der andere in 13...na unser lieber Steven meinte dazu nur, wir könnten ja tauschen mit einem der anderen Mitfahrern, fragt sich nur ob wir denen verständlich machen können was wir wollen. Aber wir haben auf alle Fälle Stevens Handy-Nummer, so dass wir ihn das ganze Fernkommunikativ lösen lassen können... das macht man hier nämlich so, einfach mal einen anrufen, der übersetzen kann und dann das Handy rüberreichen...Also es bleibt spannend... [und wir sind erst einmal mind. 50h offline!]

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Dienstag, April 24, 2007

Tibet Exkursion

Tibet in Shanghai: Büro Tibet Travel ExpertEs gab schon einen kleinen Vorgeschmack auf Tibet: Als wir unsere Tour nun endlich in dem Büro in persona bestätigen wollten (und bezahlen mussten), war dies wie eine Zeitreise: Der ‚Qihua Tower’ (für die Klugscheißer unter uns: ja, ohne ‚u’) ist zwar kein Wolkenkratzer, den man kennen müsste, hoch ist er schon (23 Stockwerke, natürlich ohne 4ten, dafür mit 13tem und das Erdgeschoss zählt als 1stes Geschoss und befindet sich ca. 5m über dem Straßen-Level) und Treppe nebst Eingang und Foyer ist edel in weißem Marmor verkleidet. Im 2ten Stockwerk ist das gesuchte Büro, das wir aufgrund der vom Foyer nicht zugänglichem Treppenhaus mit dem gläsernen Fahrstuhl erreichten. Tritt man durch die makellos saubere Glastür und fühlt man sich wie in einem Beduinen-Zelt (heißt dort sicher anders, ich bin aber nur für das Programm in Shanghai verantwortlich...). Wirklich ein wenig wie eine Zeit-/Raum-Reise. Verlassen haben wir das ‚Büro’ (mit Kontrakt über Zug-, Land-Cruiser- und Flug-Reise (Shanghai-Lhasa, Lhasa-Katmandu, Katmandu-Shanghai) mit Übernachtungen in ‚landestypischen Unterkünften’) dann durch den Hinterausgang, ohne Marmor, ohne Farbe, ohne Wachpersonal...

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Donnerstag, März 29, 2007

Die Saga geht weiter: 2ter Teil

Ab dem 19. März 20. April geht die Saga in die zweite Runde: 3 Wochen Shanghai, inclusive der ultimativen Zug-Reise Shanghai, China - Lhasa, Tibet (wenn es denn noch mit den Visa klappt) durch den Permafrost! Details folgen. Schon jetzt einen Dank an all die Leser und Unterstützer!

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